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Strategien für mehr Wasserretention in deutschen Wäldern

Wälder als natürlicher Schwamm: Wie durch gezielte Wasserretention Bäume vor Trockenheit geschützt und Hochwasserrisiken für Anwohner gesenkt werden können.

Tagesschau

Der Zustand unserer Wälder ist eng mit dem regionalen Wasserhaushalt verknüpft. Bei extremen Wetterereignissen, insbesondere Starkregen, zeigt sich jedoch ein strukturelles Problem: Das Wasser fließt häufig ungehindert über forstwirtschaftliche Wege oder Entwässerungsgräben aus den Waldgebieten ab, anstatt im Boden zu versickern. Dies führt dazu, dass den Bäumen während trockenerer Perioden das nötige Wasser fehlt und gleichzeitig das Risiko für Überschwemmungen in waldabwärts gelegenen Siedlungsgebieten steigt.

Maßnahmen zur aktiven Wasserhaltung im Wald

Um die Wasserhaltefähigkeit der Waldökosysteme zu erhöhen, rücken naturnahe Bewirtschaftungsansätze in den Fokus. Anstatt Wasser schnellstmöglich aus den Flächen zu leiten, geht es darum, den natürlichen Rückhalt zu fördern. Dazu gehören Maßnahmen wie der Rückbau oder die gezielte Unterbrechung von Entwässerungsgräben sowie die naturnahe Gestaltung von Waldwegen. Auch die Anpassung der Baumartenwahl spielt eine zentrale Rolle: Mischwälder mit tiefwurzelnden Baumarten tragen dazu bei, dass Niederschläge besser in tiefere Bodenschichten gelangen und die Grundwasserneubildung gestärkt wird.

Bedeutung für Klimaanpassung und Hochwasserschutz

Ein verbesserter Wasserrückhalt im Wald ist ein wesentlicher Baustein der Klimaanpassung. Wälder fungieren bei Starkregen als natürlicher Schwamm, der große Mengen Niederschlag aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben kann. Dies entlastet die lokale Infrastruktur und vermindert die Spitzenabflüsse, die bei konventioneller Entwässerung zu Überflutungen führen können. Gleichzeitig profitieren die Wälder selbst von der erhöhten Bodenfeuchtigkeit, was ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitzeperioden und Trockenstress stärkt.

Interessenabwägung in der forstlichen Praxis

Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfordert eine sorgfältige Planung, da forstwirtschaftliche Anforderungen, wie die Befahrbarkeit der Wege für die Holzernte, mit ökologischen Zielen in Einklang gebracht werden müssen. Obwohl die positiven Effekte für den Wasserhaushalt unstrittig sind, hängt die flächendeckende Implementierung von lokalen Gegebenheiten und der Bereitschaft ab, traditionelle forstliche Konzepte anzupassen. Ob und in welchem Zeitrahmen diese Strategien in der Breite umgesetzt werden, bleibt abhängig von regionalen Initiativen und forstpolitischen Rahmenbedingungen.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wissen/klima/wasser-wald-106.html

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