top of page

Chinas Netzkapazitäten bremsen Ausbau der erneuerbaren Energien

China drosselt massiv Wind- und Solarenergie wegen Netzengpässen. Der Ausbau stockt, während Investitionen in Speicherlösungen an Bedeutung gewinnen.

NewsBase

China verzeichnet im Jahr 2026 einen massiven Anstieg bei der Abregelung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Laut einem Bericht des Global Energy Monitor (GEM) und des Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) wurden in der ersten Jahreshälfte schätzungsweise 360 Terawattstunden (TWh) an sauberer Energie nicht in das Stromnetz aufgenommen. Dies entspricht einer Steigerung der Abregelungsrate um 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während offizielle staatliche Stellen die Zahlen niedriger beziffern, legen wetterbereinigte Analysen nahe, dass tatsächlich über 26 Prozent der kombinierten Wind- und Solarenergie abgeregelt wurden.

Netzengpässe als strukturelle Herausforderung

Der Kern des Problems liegt in einer unzureichenden Übertragungsinfrastruktur, die mit dem rasanten Ausbau der Kapazitäten nicht Schritt hält. Zusätzlich erschweren garantierte Betriebsabnahmen für Kohlekraftwerke den Vorrang für Erneuerbare. Experten bewerten diese Abregelung als ein strukturelles Problem, das den Rest des Jahrzehnts bestehen könnte. Die Kombination aus technischer Überlastung und dem Wegfall garantierter Festpreise hat bereits zu einem Rückgang neuer Solarinvestitionen um 66 Prozent im laufenden Jahr geführt.

Auswirkungen auf Investitionen und Strategien

Aufgrund der mangelnden Planungssicherheit verschieben Investoren ihre Projekte zunehmend hin zu Solar-plus-Speicher-Modellen, um das finanzielle Risiko durch Abregelungen zu verringern. Analysten betonen, dass eine effizientere Netzsteuerung sowie ein massiver Ausbau von Batteriespeichern notwendig sind, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Ein Modell hierfür wurde bereits in Regionen wie Südosteuropa und Südamerika erfolgreich getestet.

Trendwende bei der Stromerzeugung

Obwohl China weiterhin auf fossile Reservekapazitäten zur Sicherung der Netzstabilität angewiesen ist, zeigen die Zahlen vom Juli 2026 eine leichte Trendwende. Die thermische Stromerzeugung sank erstmals in diesem Jahr um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, begünstigt durch eine starke Wasserkraftproduktion und ein stabiles Wachstum bei Wind- und Solarkapazitäten. Ob dieser Rückgang anhält, hängt jedoch stark von den meteorologischen Bedingungen im August ab, da extreme Hitzewellen den Strombedarf erhöhen und den erneuten Einsatz von Kohlekraftwerken erforderlich machen könnten.

bottom of page