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Kalifornische Forschungsprojekte untersuchen Potenzial von Agri-PV

Kalifornische Forscher testen Agri-PV als Methode zur Klimaanpassung und Ertragssteigerung in der Landwirtschaft durch gezielte Schattierung.

KPBS Public Media

Wissenschaftler der University of California, Davis, führen derzeit ein grundlegendes Forschungsprojekt zur sogenannten Agri-Photovoltaik durch. Dabei wird untersucht, ob die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die landwirtschaftliche Produktion und die solare Energiegewinnung die Resilienz von Nutzpflanzen gegenüber dem Klimawandel stärken kann. Im Mittelpunkt stehen Herausforderungen wie zunehmende Trockenheit, extreme Hitze und steigende Betriebskosten.

Forschung unter realen Bedingungen

Das Projekt in Davis dient als Proof-of-Concept-Standort, der groß genug angelegt ist, um Erkenntnisse für die Anwendung auf typischen landwirtschaftlichen Betrieben zu gewinnen. Die Forscher testen drei verschiedene Modulkonfigurationen, um zu bewerten, wie unterschiedliche Schattierungen das Wachstum der Pflanzen beeinflussen. Zu den untersuchten Parametern gehören die Lichtintensität, die Windverhältnisse sowie der Wasserverbrauch der Pflanzen. Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass die gezielte Beschattung durch vertikal installierte Paneele den sogenannten Sonnenbrand bei empfindlichen Pflanzen wie Tomaten reduzieren kann, wobei jedoch noch eine detaillierte Auswertung der landwirtschaftlichen Erträge aussteht.

Finanzierung und regenerative Landwirtschaft

Das Forschungsvorhaben wird vom kalifornischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft (CDFA) finanziell unterstützt, um die Auswirkungen sowohl auf Sommer- als auch auf Winterkulturen über einen Zeitraum von drei Jahren zu erfassen. Die Projektverantwortlichen betrachten die Agri-PV als einen möglichen Bestandteil regenerativer Landwirtschaftsmethoden, da sie dazu beitragen könnte, den Boden vor Austrocknung zu schützen und den Pflanzen Schutz bei extremer Hitze zu bieten. Eine offizielle Anerkennung als regenerative Praktik könnte in Zukunft den Zugang zu Fördermitteln für Landwirte erleichtern, die den Aufbau von Solaranlagen auf ihren Nutzflächen planen. Ein zusätzlicher Anreiz für die Betriebe besteht in der Möglichkeit, den erzeugten Strom für eigene Zwecke zu nutzen oder ins Netz einzuspeisen, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen.

Debatte über Skalierbarkeit und Effizienz

Trotz der potenziellen Vorteile gibt es innerhalb der Forschungsgemeinschaft unterschiedliche Einschätzungen zur Praxisreife. Kritiker betonen die Herausforderung, dass eine suboptimale Kombination beider Nutzungen zu schlechteren Ergebnissen führen könnte als die getrennte Bewirtschaftung von Flächen. Es wird betont, dass die ökonomische und landwirtschaftliche Wirksamkeit erst durch belastbare Langzeitstudien nachgewiesen werden muss, bevor großflächige Investitionen durch öffentliche Mittel gerechtfertigt sind. Die Wissenschaftler in Davis unterstreichen daher, dass vor einer breiten Markteinführung weitere großskalige Tests notwendig sind, um die tatsächlichen Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktivität abschließend beurteilen zu können.

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