BSW-Solar warnt vor erheblichem Markteinbruch durch geplante EEG-Novelle
Der BSW-Solar warnt vor einem massiven Markteinbruch durch die geplante EEG-Novelle. Betroffen sind Dachanlagen, Solarparks und besondere PV-Konzepte.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat deutliche Bedenken gegen die jüngsten Referentenentwürfe des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) zur EEG-Novelle und zum Netzpaket geäußert. Nach Einschätzung des Verbandes droht bei einer Umsetzung der Pläne ab 2027 ein massiver Einbruch beim Ausbau der Photovoltaik in Deutschland, was zudem den Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen zur Folge haben könnte. Der Verband fordert daher eine grundlegende Überarbeitung der Entwürfe im weiteren Gesetzgebungsverfahren, um stabile und verlässliche Investitionsbedingungen zu gewährleisten.
Kritik an Einschnitten bei Kleinanlagen
Ein zentraler Kritikpunkt des BSW-Solar ist die geplante Abschaffung der EEG-Förderung für neue Dachanlagen mit einer Leistung von bis zu 25 Kilowatt. Ergänzend dazu soll eine verpflichtende Direktvermarktung für Anlagen bis 100 Kilowatt eingeführt werden. Der Verband warnt, dass diese Maßnahmen die Nachfrage bei Privathaushalten und im Kleingewerbe um mehr als zwei Drittel einbrechen lassen könnten. Die vom Ministerium vorgesehene Übergangszahlung von 5,2 Cent pro Kilowattstunde für drei Jahre wird als unzureichend bewertet, da sie die bisherigen Einspeisevergütungen nicht ersetzen könne.
Regulatorische Hürden für Solarparks
Auch für ebenerdig errichtete Solarparks sieht der Verband erhebliche Wachstumsrisiken. Die geplanten regulatorischen Eingriffe, darunter die teilweise Streichung von Entschädigungszahlungen bei Netzengpässen (Redispatch-Vorbehalt) sowie eine bundesweite Einspeisebegrenzung auf 70 Prozent der installierten Leistung, würden Projekte verteuern und die Finanzierung erschweren. Zudem kritisiert der BSW-Solar die geplante Streichung des 2024 eingeführten Ausschreibungs-Untersegments für besondere Solaranlagen wie Agri-PV, Moor-PV, Parkplatz-PV und Floating-PV.
Anpassungsbedarf bei Differenzverträgen
Die Umsetzung europäischer Vorgaben zu zweiseitigen Differenzverträgen wird vom Verband zwar grundsätzlich begrüßt, jedoch wird die konkrete Ausgestaltung bemängelt. Der BSW-Solar fordert, dass eine Erlösabschöpfung erst oberhalb eines Marktwertkorridors einsetzen sollte und Ausnahmeregelungen für Anlagen mit Power Purchase Agreements (PPA) oder Eigenversorgung notwendig sind. Ob und in welcher Form die Bundesregierung auf diese Forderungen eingehen wird, bleibt abzuwarten.
Quelle: https://www.photovoltaik.eu/foerderung/bsw-solar-warnt-vor-markteinbruch-durch-eeg-novelle