Agri-PV-Anlage in Bodensdorf zieht positive Bilanz nach einem Jahr
Erstes Betriebsjahr der Agri-PV-Anlage in Bodensdorf: Trotz leicht unter Plan liegender Erträge überzeugen Schutzfunktion und regionale Stromnutzung.

Im österreichischen Bodensdorf, gelegen zwischen Wien und Linz, hat die Agri-PV-Anlage der Partner RWA Raiffeisen Ware Austria und Wurzers Genuss- und Erlebnishof nach dem ersten Betriebsjahr eine durchweg positive Bilanz gezogen. Die Anlage überdacht eine 20 Hektar große Fläche mit Beerenkulturen und verknüpft damit landwirtschaftliche Produktion mit regenerativer Stromerzeugung. Diese Doppelnutzung demonstriert das Potenzial für eine nachhaltigere Landwirtschaft durch Klimaanpassung und Energiewende.
Wie erfolgreich arbeitet die Anlage technisch?
Die Agri-PV-Anlage ist mit 4.760 semitransparenten Modulen ausgestattet, die im ersten Jahr rund 1,85 Millionen Kilowattstunden Strom lieferten. Dieser Wert liegt geringfügig unter der ursprünglichen Prognose von 1,98 Millionen Kilowattstunden. Als Hauptursache für die Abweichung wird eine im Frühjahr geringere Sonneneinstrahlung im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt genannt. Dennoch bewerten die Betreiber das Projekt als Erfolg, da solche witterungsbedingten Schwankungen in der Stromproduktion üblich sind.
Welche Vorteile ergeben sich für die Landwirtschaft?
Neben der Energieerzeugung dient das Solardach als Schutz für die Beerenkulturen. Die Landwirte berichten von einer hervorragenden Fruchtqualität, da die Pflanzen vor extremen Witterungsereignissen wie Unwettern sowie vor intensiver direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind. Zudem wird der erzeugte Strom zu einem großen Teil direkt vor Ort genutzt. Mitglieder einer lokalen Energiegemeinschaft, darunter private Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen, profitieren von dem regionalen Energieangebot, was die Wertschöpfung in der Region Mostviertel stärkt.
Wie geht es mit der Agri-PV weiter?
Die Anlage hat sich bereits zu einer Plattform für den Wissensaustausch entwickelt, die regelmäßig von Experten und Fachgruppen besucht wird. Die Verantwortlichen betrachten das Projekt als ein zukunftsweisendes Modell, um landwirtschaftliche Flächen doppelt zu nutzen und den Klimaschutz in der Region voranzubringen. Weitere Einzelheiten zur langfristigen wirtschaftlichen Bilanz oder etwaigen geplanten Erweiterungen gehen aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.