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Automatisierte Anschlussprüfung beschleunigt Netzausbau bei Netze BW

Die Netze BW beschleunigt mit einem automatisierten System für Niederspannungs-Anschlussanfragen den Netzanschluss von PV-Anlagen und E-Mobilität.

Fichtner

Angesichts der steigenden Nachfrage durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den wachsenden Bedarf an Elektromobilität hat die Netze BW in Zusammenarbeit mit Fichtner Digital Grid ein neues Verfahren für Anschlussanfragen im Niederspannungsnetz implementiert. Ziel ist es, die zuvor manuelle und zeitintensive Prüfung der Anträge durch eine vollautomatisierte Lösung abzulösen, um den Prozess zu beschleunigen und das Personal zu entlasten.

Technologische Basis durch digitalen Zwilling

Das Herzstück der neuen Plattform bildet ein skalierbarer digitaler Zwilling, der das gesamte Niederspannungsnetz der Netze BW abbildet. Dieser umfasst rund 25.000 Ortsnetzstationen sowie ein Leitungsnetz von etwa 100.000 Kilometern. Die Daten werden täglich aktualisiert und durch eine integrierte Berechnungsengine für Lastfluss- und Kurzschlussanalysen ergänzt. Das System ermöglicht zudem ein automatisiertes Reservierungsmanagement, um Netzanschlusszusagen direkt und sicher aus dem Regelbetrieb heraus zu steuern.

Hohe Effizienz im laufenden Betrieb

Seit der Inbetriebnahme des Systems werden wöchentlich etwa 1.000 Anschlussanfragen vollautomatisch bewertet. Dabei liegt die Dauer für eine Prüfung bei unter 30 Sekunden pro Anfrage. Die Plattform, die als Cloud-Lösung auf Basis von Microsoft Azure betrieben wird, übernimmt dabei sämtliche Schritte von der Datenintegration über die Topologiegenerierung bis hin zur Qualitätssicherung und elektrotechnischen Bewertung. Im Vergleich zu manuellen Prüfprozessen stellt dies eine signifikante Effizienzsteigerung für den Verteilnetzbetreiber dar.

Auszeichnung und Einordnung

Das Projekt wurde im Jahr 2025 mit dem EnBW-Innovationspreis „InnoKlaus“ gewürdigt und gilt gegenwärtig als eine der fortschrittlichsten Lösungen zur Digitalisierung von Netzanschlussprüfungen im deutschsprachigen Raum. Die Entwicklung und die technische Integration der Plattform wurden maßgeblich durch Fichtner verantwortet, mit dem Ziel, die Netzplanung und -prüfung zukunftssicher und skalierbar zu gestalten.

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