Burgenland steigert Anteil erneuerbarer Energien auf über 70 Prozent
Das Burgenland erreicht 70% erneuerbare Energien durch Wind, Solar und Speicher. Herausforderung bleibt die Klimabilanz im Verkehrssektor.

Das Burgenland verzeichnet signifikante Fortschritte bei der Energiewende und führt aktuell das Ranking der österreichischen Bundesländer beim Anteil erneuerbarer Energien an. Innerhalb von nur drei Jahren gelang es, den Anteil am Bruttoinlandsverbrauch von etwa 50 Prozent auf über 70 Prozent zu steigern. Diese Entwicklung basiert maßgeblich auf dem konsequenten Ausbau von Windenergieanlagen, Photovoltaik-Installationen sowie einer zunehmenden Nutzung von Batteriespeichern zur flexiblen Integration volatiler Energiequellen.
Windkraft und Photovoltaik als Eckpfeiler der Stromversorgung
In der Stromerzeugung erreicht das Bundesland bereits seit 2013 rechnerisch eine vollständige Deckung aus erneuerbaren Quellen. Ende 2024 waren 428 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 1.370 Megawatt in Betrieb, die rund 78 Prozent der burgenländischen Stromproduktion abdeckten. Parallel dazu wuchs die installierte Photovoltaik-Leistung bis Ende 2024 auf 1.027 Megawatt-Peak, wobei der Großteil dieses Zuwachses allein im Jahr 2024 realisiert wurde. Um die überschüssige erneuerbare Energie effizienter zu nutzen, setzt das Land verstärkt auf Speicherkapazitäten. Neben bereits realisierten Großspeichern in Orten wie Siegendorf, Oberpullendorf und Nickelsdorf ist bis 2027 der Ausbau der Speicherkapazitäten auf insgesamt 700 Megawatt Leistung geplant.
Klimaneutralität als langfristiges Ziel
Das 2025 verabschiedete burgenländische Klimaschutzgesetz strebt bis zum Jahr 2030 eine bilanzielle Klima- und Energieneutralität an. Das bedeutet, dass die lokal erzeugte Menge an erneuerbarer Energie den gesamten Energieverbrauch des Bundeslandes übersteigen soll. Im Rahmen des Projekts Tomorrow sind bis zum Ende des Jahrzehnts rund 40 zusätzliche Hybridparks aus Windkraft und Photovoltaik mit einer Gesamtleistung von 2.000 Megawatt vorgesehen, um das Ziel einer jährlichen Erzeugung von mindestens 9.300 Gigawattstunden zu erreichen.
Verkehrssektor bleibt größte Herausforderung
Trotz der Erfolge in der Stromproduktion bleibt der Verkehrssektor ein zentrales Hindernis für eine verbesserte Klimabilanz, da er etwa 50 Prozent der Treibhausgasemissionen im Burgenland verursacht. Das Land ist stark durch Pendlerströme geprägt, was sich in einer überdurchschnittlichen Verbreitung von Diesel-Pkw niederschlägt. Die E-Mobilitätsstrategie zielt darauf ab, den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge bis 2030 massiv zu erhöhen; bis Mitte 2026 lag der Bestand an Elektro-Pkw mit knapp unter 10.000 Fahrzeugen jedoch noch unter den angestrebten Zielmarken.