Chinesische Wetterdienste optimieren Planung und Betrieb von Erneuerbaren-Energien-Projekten
China erweitert meteorologische Dienste für Wind- und Solarenergie durch KI-gestützte Datenanalysen zur Optimierung von Standortplanung und Netzbetrieb.

Im Rahmen der 5. Meteorological Economy Forum auf der China International Fair for Trade in Services (CIFTIS) hat die China Meteorological Administration (CMA) eine landesweite Ausweitung ihrer Wind- und Solarressourcenerhebung angekündigt. Die Grundlage hierfür bildet ein Datensatz, der mehr als zehn Jahre stündliche Messwerte mit einer Auflösung von einem Kilometer umfasst. Diese Daten sollen Entwicklern detaillierte meteorologische Profile für potenzielle Standorte liefern, um die Planung von Wind- und Solarkraftwerken sowie die Auslegung von Speicherkapazitäten und Übertragungsleitungen zu präzisieren.
Technologien für den effizienteren Energiebetrieb
Neben staatlichen Initiativen treiben auch private Unternehmen die Entwicklung industrieorientierter Wetterdienste voran. So stellte das Unternehmen Moji Weather eine neue Software-as-a-Service (SaaS)-Plattform für das chinesische Stromsystem vor. Diese integriert hochauflösende Wetterdaten mit Satelliten- und Radarinformationen, um Entscheidungen bei der Stromerzeugung, Netzbetriebsführung sowie bei Wartungsarbeiten zu unterstützen. Envision Group ergänzte diese Entwicklungen mit einem Wettermodell namens „Yuanjing Tianji“, das globale Prognosen für einen Zeitraum von bis zu 45 Tagen mit einer Auflösung von fünf Kilometern erstellt und insbesondere bei der Bewältigung von Taifun-Ereignissen zur Optimierung von Betriebsabläufen beiträgt.
Internationale Zusammenarbeit bei Frühwarnsystemen
China weitet diesen technologiegestützten Ansatz auch auf die internationale Ebene aus. Ein zentraler Baustein ist das KI-basierte Frühwarnsystem „MAZU“, das Beobachtungen von Fengyun-Satelliten mit numerischen Wettervorhersagen kombiniert. Bis Juli 2026 wurde das System in sieben Ländern, darunter Äthiopien, Sri Lanka und die Mongolei, implementiert. Über cloudbasierte Dienste nutzen zudem meteorologische Behörden in mehr als 40 Ländern das Angebot, um ihre Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen zu stärken. Die Zusammenarbeit umfasst dabei auch den Austausch zu Fragestellungen der erneuerbaren Energien und der Netzstabilität.