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Deutschland trotz Milliardenausgaben weiter stark von Rohstoffimporten aus China abhängig

Deutschland investiert Milliarden in die Rohstoffsicherung, bleibt aber bei Schlüsselmaterialien für Windkraft und E-Mobilität massiv von China abhängig.
Deutschland trotz Milliardenausgaben weiter stark von Rohstoffimporten aus China abhängig

Deutschland setzt seit Jahren verstärkt auf staatliche Förderinstrumente, um seine Rohstoffversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeit von China zu verringern. Dennoch zeigt eine aktuelle Auswertung der Bundesregierung, dass die Bemühungen bislang nur begrenzte Auswirkungen auf die tatsächlichen Lieferketten haben.

Staatliche Maßnahmen zur Rohstoffsicherung

Die Bundesregierung hat zwischen Anfang 2020 und Juli 2026 ungebundene Finanzkreditgarantien im Umfang von rund 5,22 Milliarden Euro übernommen. Zudem wurde 2024 ein Rohstofffonds bei der KfW aufgelegt, der mit einem Portfolio von bis zu 1,5 Milliarden Euro geplant ist. Bislang erfolgten erste Beteiligungen am Lithiumprojekt von Vulcan Energy sowie am australischen Projekt Arafura Rare Earths zur Gewinnung von Seltenen Erden. Diese Maßnahmen sollen die deutsche Industrie unabhängiger von einzelnen Lieferanten machen und die Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas stärken.

Hohe Abhängigkeit bei Schlüsseltechnologien

Trotz dieser Milliardeninvestitionen bleibt die Konzentration der Wertschöpfungsketten in China extrem hoch. Dies ist besonders kritisch bei Permanentmagneten, die für Windkraftanlagen und Elektromotoren essenziell sind. Hier bezog Deutschland 2025 etwa 90 Prozent des Bedarfs direkt aus China. Ein politisches Ziel der Bundesregierung sieht vor, diesen Anteil bis 2035 auf 50 Prozent zu senken. Auch bei der Verarbeitung von Kobalt, Grafit und Seltenen Erden entfielen laut KfW Research zwischen 2020 und 2024 mehr als 90 Prozent des weltweiten Produktionszuwachses auf China.

Entwicklungspolitische Strategien und offene Herausforderungen

Ein Teil der Sicherungsstrategie umfasst entwicklungspolitische Projekte, insbesondere in afrikanischen Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Namibia oder Sambia. Diese zielen jedoch primär auf den Aufbau verantwortungsvoller Lieferketten und Governance-Strukturen ab und können nicht unmittelbar als direkter Ersatz für Importe aus China gewertet werden. Die Bundesregierung räumt ein, dass sie die Gesamtkosten aller Diversifizierungsmaßnahmen nicht exakt beziffern kann, da diese über verschiedene Ressorts verteilt sind und unterschiedliche Instrumente wie Garantien und Beteiligungen beinhalten. Angesichts geopolitischer Spannungen bleibt die Reduzierung dieser Abhängigkeiten als strategische Priorität bestehen, wobei die langfristige Umsetzung eine der zentralen Herausforderungen für die deutsche Energie- und Industriepolitik bleibt.

Quelle: Afrika & Europa

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