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EU-Elektrifizierungsplan und Netzentgeltreform: Neue Herausforderungen für das Stromnetz

EU-Elektrifizierungsplan und geplante Netzentgeltreformen: Wie Österreich und Deutschland auf die Energiewende reagieren und welche Folgen dies für Speicher hat.

i-Magazin

Die Europäische Kommission forciert mit dem neuen Electrification Action Plan die Elektrifizierung der Wirtschaft, um fossile Energieträger durch Strom zu ersetzen. Ziel ist es, den Stromanteil am Endenergieverbrauch auf 32 Prozent bis 2030 und indikativ auf 46 Prozent bis 2040 zu erhöhen. Der Plan umfasst politische Zielsetzungen zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit von Strom sowie Ansätze für dynamische Preise und Netzentgelte. Ein begleitender Legislativvorschlag, COM(2026) 600, zielt zudem darauf ab, europäische Regeln für Netzentgelte und Flexibilität verbindlich weiterzuentwickeln.

Österreichs Weg zur SNE-G-V

In Österreich fällt diese europäische Initiative in eine Phase der nationalen Tarifreform. Die E-Control arbeitet derzeit an der neuen Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung (SNE-G-V), die zum 1. Jänner 2027 in Kraft treten soll. Ein zentrales Element ist die stärkere Gewichtung der Leistungsspitze auf Basis des höchsten gemessenen Viertelstundenwertes eines Monats. Um Flexibilität zu fördern, sieht der Entwurf Abschläge auf den Leistungspreis vor, sofern eine steuerbare Entnahme vereinbart wird. Zudem ist für systemdienliche Speicher ab einer Engpassleistung von einem Megawatt eine Befreiung vom Netznutzungs- und Netzverlustentgelt unter spezifischen Voraussetzungen geplant.

Warnsignal aus dem deutschen Kapazitätsmarkt

Wie entscheidend die Details regulatorischer Vorgaben für die Praxis sind, verdeutlicht die aktuelle Lage in Deutschland. Die Bundesnetzagentur hat am 21. Juli 2026 die erste Ausschreibung für Langzeitkapazitäten gestartet. Mit einer geforderten Zehn-Stunden-Durchhaltedauer und spezifischen Herkunftsvorgaben für Batterien werden Technologien in einen Wettbewerb gezwungen, der auf unterschiedliche Leistungsprofile kaum Rücksicht nimmt. Für die europäische Speicherstrategie dient dieser Ansatz als Warnsignal, da eine einseitige Ausrichtung der Teilnahmebedingungen technologisch vielversprechende Lösungen ausschließen könnte.

Elektrotechnik als Systemintegration

Die zunehmende Bedeutung von Smart Charging, Vehicle-to-Grid und dezentralen Speichern wandelt das klassische Installationsgeschäft in eine komplexe Systemintegration. Für Fachbetriebe steigen die Anforderungen, da Geräte zunehmend als Bestandteil eines vernetzten Systems agieren müssen. Eine erfolgreiche Energiewende auf Endkundenebene hängt künftig maßgeblich davon ab, ob Energiemanagementsysteme über Herstellergrenzen hinweg harmonieren und ob Anreize für Flexibilität die technischen Investitionskosten wirtschaftlich rechtfertigen können.

Quelle: https://i-magazin.com/eu-elektrifizierungsplan-netzentgelte-oesterreich/

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