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Europäische Industrie verstärkt Vorsorge bei Seltenen Erden angesichts unsicherer Lieferketten

Deutsche Unternehmen horten Seltene Erden aus Sorge vor Exportbeschränkungen. Europa sucht nach neuen Lieferwegen für die Energiewende.
Europäische Industrie verstärkt Vorsorge bei Seltenen Erden angesichts unsicherer Lieferketten

Der Zugang zu Seltenen Erden entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Herausforderung für die europäische Industrie. Da diese Rohstoffe für leistungsfähige Permanentmagnete in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen sowie in der Verteidigungstechnik unerlässlich sind, reagieren Unternehmen mit einer strategischen Lagerhaltung. Laut Medienberichten bauen deutsche Industriebetriebe Vorräte für mehrere Monate auf, um sich gegen mögliche chinesische Exportkontrollen abzusichern. Diese Vorsorgemaßnahmen spiegeln die wachsende Sorge vor Unterbrechungen in den globalen Lieferketten wider, die bereits 2025 in einigen Regionen außerhalb Chinas zu Produktionsdrosselungen führten.

Unterschiedliche Ansätze in Europa und den USA

Bei der Sicherung neuer Rohstoffquellen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Europa und den USA. Die US-Regierung setzt auf eine aktive Marktintervention, indem sie Rohstoffprojekte durch direkte Kapitalbeteiligungen und Preisabsicherungen stabilisiert. Ein Beispiel hierfür ist das Seltene-Erden-Unternehmen MP Materials, das umfangreiche Unterstützung vom US-Verteidigungsministerium erhielt. In der Europäischen Union konzentrieren sich die politischen Maßnahmen primär auf die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Bergbau- und Verarbeitungsprojekte. Kritiker, darunter der Europäische Rechnungshof, weisen jedoch darauf hin, dass diese regulatorischen Fortschritte die Finanzierungsfrage für neue Anlagen oft ungelöst lassen.

Herausforderungen beim Aufbau neuer Lieferketten

Der Weg von der Identifizierung einer Lagerstätte bis zur marktreifen Lieferung ist lang und kostenintensiv. Neue Bergbauprojekte erfordern hohe Anfangsinvestitionen, deren Wirtschaftlichkeit angesichts schwankender Rohstoffpreise schwer kalkulierbar ist. Projekte wie die Sangdong-Mine für Wolfram in Südkorea verdeutlichen, dass der Erfolg einer neuen Bezugsquelle maßgeblich von der effizienten Förderung, Verarbeitung und gleichbleibenden Qualität abhängt. Auch bei dem Seltene-Erden-Projekt Araxá in Brasilien steht der Nachweis der kommerziellen Wirtschaftlichkeit noch aus, während die Betreiber an der Entwicklung der Aufbereitungskapazitäten arbeiten. Für die europäische Industrie bedeutet dies, dass die Bevorratung zwar kurzfristige Engpässe überbrücken kann, die langfristige Versorgungssicherheit jedoch den Aufbau verlässlicher, nicht-chinesischer Lieferketten erfordert.

Quelle: Europa Says

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