Forschungsprojekt untersucht Wasserstoff-Transport in bestehenden Gasnetzen
HTWK Leipzig, DBI und MITNETZ GAS prüfen im Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen die Eignung bestehender Gasnetze für den Transport von Wasserstoff.

Die Transformation der Energieversorgung hin zu einer klimaneutralen Zukunft erfordert eine belastbare Infrastruktur. Ein zentraler Bestandteil dieser Herausforderung ist die Frage, inwieweit bestehende Gasnetze für den Transport von Wasserstoff genutzt werden können. Um diese technische Fragestellung unter realen Bedingungen zu beantworten, führen die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig, das DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg (DBI) und der Netzbetreiber MITNETZ GAS ein umfassendes Langzeit-Forschungsvorhaben durch.
Das Projekt ist in einer spezialisierten Testinfrastruktur in Bitterfeld-Wolfen angesiedelt, die als Wasserstoffdorf bekannt ist. Hier wird gezielt untersucht, wie sich verschiedene Komponenten der Gasversorgung unter den spezifischen physikalischen und chemischen Eigenschaften von Wasserstoff verhalten. Da Wasserstoff kleinere Moleküle besitzt als Erdgas, ergeben sich besondere Anforderungen an die Dichtheit der Rohrleitungen, die Materialverträglichkeit sowie die eingesetzte Armaturentechnik.
Die Forschungsarbeit im Wasserstoffdorf zielt darauf ab, durch eine langjährige Beobachtung und kontinuierliche Tests fundierte Daten über die Alterung und Zuverlässigkeit der Netzinfrastruktur bei einer Wasserstoffbeimischung oder einer reinen Wasserstoffumstellung zu gewinnen. Diese Informationen sind entscheidend, um den sicheren Betrieb von Gasnetzen im Zuge der Energiewende zu gewährleisten.
Das Vorhaben verdeutlicht die Notwendigkeit, theoretische Modelle für die Wasserstoffnutzung durch praktische Feldversuche zu validieren. Die beteiligten Institutionen verfolgen mit diesem Langzeitansatz das Ziel, technische Standards zu erarbeiten, die künftig für eine breite Anwendung in der nationalen Gasinfrastruktur genutzt werden können. Damit leisten die Partner einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit bei einer schrittweisen Dekarbonisierung des Wärme- und Industriesektors.