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Gujarat meldet historischen Strombedarf und plant massiven Ausbau von Energiespeichern

Gujarat verzeichnet Rekord-Strombedarf von knapp 30.000 MW. Die Regierung reagiert mit kurzfristigen Zukäufen und forciert den massiven Ausbau von Batteriespeichern.
Gujarat meldet historischen Strombedarf und plant massiven Ausbau von Energiespeichern

Der indische Bundesstaat Gujarat sieht sich mit einer beispiellosen Herausforderung für seine Stromversorgung konfrontiert. Am vergangenen Freitag erreichte der Spitzenbedarf ein Rekordniveau von 29.822 MW, was einem Anstieg von rund 36,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Verantwortlich für diesen drastischen Anstieg sind ungewöhnlich hohe Temperaturen nach einem schwachen Monsun, ein gesteigerter Bedarf durch die landwirtschaftliche Bewässerung sowie eine erhöhte industrielle Aktivität im Vorfeld der Festtagszeit.

Um die Netzstabilität zu gewährleisten und kurzfristige Engpässe zu überbrücken, hat die Landesregierung Notfallmaßnahmen eingeleitet. Dazu zählen der Zukauf von Strom aus zentralen und regionalen Netzen sowie die Optimierung der Nutzung vorhandener Solarkapazitäten durch die zeitliche Verlagerung landwirtschaftlicher Lasten in die Tagesstunden. Für die kommenden Monate wurden bereits vertraglich gesicherte Marktkäufe im Gigawatt-Bereich vereinbart, um die Versorgungssicherheit auch in der Übergangsphase zu gewährleisten.

Strategischer Ausbau von Speicherkapazitäten

Besonderes Augenmerk liegt auf der Bewältigung der abendlichen Lastspitzen, die zwischen 17 und 23 Uhr auftreten. Da die Solareinspeisung nach Sonnenuntergang entfällt und die Windkraft als volatil gilt, wird die Netzfrequenz derzeit maßgeblich durch thermische Kraftwerke und Gasanlagen gestützt. Um diese Abhängigkeit langfristig zu reduzieren, forciert Gujarat den Ausbau von Batteriespeichersystemen (BESS). Das Ziel ist es, überschüssige Solarenergie des Tages für die Abendstunden zwischenzuspeichern. Neben aktuell 192 MW operativer Kapazität wurden Verträge für weitere 2.742 MW abgeschlossen, wobei ein erstes größeres Projekt mit 500 MW Leistung bereits für März 2027 erwartet wird.

Langfristige Kapazitätsplanung bis 2032

Die Energiepolitik Gujarats umfasst zudem umfassende Investitionen in die künftige Infrastruktur. Geplant sind unter anderem die Einbindung zusätzlicher zentraler thermischer und hydroelektrischer Kapazitäten sowie der Neubau thermischer Kraftwerke, darunter eine 800 MW-Einheit in Ukai. Ein zentraler Pfeiler für die langfristige Dekarbonisierung und Bedarfsdeckung ist der Einstieg in die Kernkraft, wofür bereits ein Kooperationsabkommen für ein 4.200 MW-Projekt unterzeichnet wurde, dessen erste Einheit für 2032 ins Auge gefasst ist.

Quelle: Ahmedabad Mirror

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