HDE mahnt schnellere Reformen bei Energie- und Personalkosten an
Der Handelsverband Deutschland fordert vor der Kabinettsklausur schnellere Entlastungen bei Stromsteuern, Personalkosten und Bürokratie.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat im Vorfeld einer entscheidenden Kabinettsklausur der Bundesregierung seine Forderungen nach umfassenden wirtschaftspolitischen Erleichterungen verschärft. Mit Blick auf die seit Jahren gedämpfte Verbraucherstimmung und die angespannte Lage in vielen Innenstädten drängt der Verband darauf, dass die Politik den Prozess der Reformumsetzung beschleunigt.
Forderungen zur Senkung der Energiekosten
Ein zentraler Punkt in der Argumentation des HDE ist die Belastung durch steigende Energiekosten. Der Verband fordert die Bundesregierung konkret dazu auf, eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen zeitnah zu implementieren. Ziel ist es, Handelsunternehmen unmittelbar zu entlasten und die laufenden Betriebskosten in einem gesamtwirtschaftlichen Kontext zu senken, anstatt nur punktuelle Anpassungen vorzunehmen.
Stabilität am Arbeitsmarkt und Schutz von Minijobs
Neben den Energiekosten stehen arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen im Fokus des Verbandes. Der HDE unterstreicht die Bedeutung der Minijob-Beschäftigung für den Einzelhandel, in dem nach eigenen Angaben rund 800.000 Menschen in diesem Segment tätig sind. Der Verband warnt daher davor, bei Reformen des Rentensystems oder steuerlichen Änderungen bestehende flexible Beschäftigungsformen zu schwächen. Stattdessen sollten niedrigere Lohnnebenkosten und flexiblere Rahmenbedingungen für Unternehmen Priorität haben, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit zu stützen.
Steuerliche Entlastung für den Mittelstand
Besondere Aufmerksamkeit fordert der HDE bei der anstehenden Reform der Einkommensteuer. Da diese für viele mittelständische Händler und Personenunternehmen zugleich die unternehmerische Ertragsteuer darstellt, warnt der Verband vor einer Gesamtbelastung, die über das vertretbare Maß hinausgeht. Angesichts begrenzter Spielräume in vielen kleineren Handelsbetrieben dürften Reformen nicht zu einer zusätzlichen Steuerlast führen.
Erwartungen an die Kabinettsklausur
Der Handelsverband sieht die Bundesregierung nun in der Pflicht, angekündigte Maßnahmen in den konkreten wirtschaftlichen Alltag zu übertragen. Die politische Kommunikation und Identifizierung von Reformbedarf reicht aus Sicht des HDE nicht mehr aus. Vielmehr hänge die Stärkung des Vertrauens bei Verbrauchern und Unternehmen maßgeblich davon ab, ob die beschriebenen Entlastungen bei Energie, Steuern und Bürokratie zeitnah und spürbar umgesetzt werden.