Indien plant dedizierte Förderung für Agri-PV im Rahmen des PM-KUSUM-Programms
Indien führt in der nächsten Phase des PM-KUSUM-Programms eine dedizierte Förderung für Agri-PV ein, um Landwirtschaft und Solarstromerzeugung zu kombinieren.

Die indische Regierung setzt verstärkt auf die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik, um die landwirtschaftliche Produktivität mit der Energiewende zu verknüpfen. Wie Pralhad Joshi, Unionsminister für neue und erneuerbare Energien, ankündigte, soll die kommende Phase des bestehenden Förderprogramms PM-KUSUM (Pradhan Mantri Kisan Urja Suraksha evam Utthaan Mahabhiyan) einen eigenständigen Bereich für Agri-PV erhalten.
Durch die neue Komponente sollen Landwirte befähigt werden, auf demselben Grundstück sowohl Feldfrüchte anzubauen als auch Solarstrom zu generieren. Dieser duale Nutzen zielt insbesondere auf kleine und marginale Betriebe ab, die mehr als 85 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Indiens bewirtschaften. Die Landbesitzer sollen dabei dreifach profitieren: durch Ernteerträge, durch Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom an Versorgungsunternehmen sowie durch eingesparte Kosten für Diesel, der bisher häufig für Bewässerungspumpen verwendet wird.
Technologische Anforderungen und Forschung
Minister Joshi betonte die Notwendigkeit intensiver Forschungsarbeit, um Agri-PV-Konfigurationen zu entwickeln, die optimal an die jeweiligen Kulturen, klimatischen Bedingungen und Regionen angepasst sind. Faktoren wie die Montagehöhe der Solarmodule, Abstände, Nachführsysteme und die Auswahl der landwirtschaftlichen Kulturen seien entscheidend für den Erfolg.
Die Industrie ist dazu aufgerufen, innovative Solarstrukturen und Montagesysteme zu entwickeln, die sowohl den Betrieb von landwirtschaftlichen Maschinen wie Traktoren und Erntefahrzeugen ermöglichen als auch extremen Wetterbedingungen standhalten. Um die Kostenlücke zu konventionellen Solaranlagen zu schließen, sollen zudem neue Materialien und optimierte Bauweisen erforscht werden. Hierbei spielt die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und landwirtschaftlichen Universitäten eine zentrale Rolle, um regionalspezifische Daten für eine breite Anwendung zu gewinnen.
Erfolge und weitere Schritte
Das bisherige PM-KUSUM-Programm verzeichnet bereits Fortschritte bei der Solariserung der indischen Landwirtschaft, wobei bislang rund 2,9 Millionen landwirtschaftliche Pumpen mit Solartechnik ausgestattet wurden. Die Regierung betrachtet die Skalierbarkeit dieser Lösungen als Modell für den globalen Süden, wo Landwirtschaft und Energieversorgung vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen stehen.
Als flankierende Maßnahme wurde der Start eines neuen Pitch-Hubs angekündigt, der sich unter dem Schlagwort 3F (Food, Fuel, Fibre) auf Innovationen in der Agri-PV-Wertschöpfungskette konzentriert. Weitere fachliche Diskussionen zur Umsetzung und Skalierung der Agri-PV-Strategie sind für die 7. Agrivoltaics World Conference geplant, die im Oktober 2026 in Neu-Delhi stattfinden wird.