Die indische Windenergiebranche steht vor einem deutlichen Wachstum. Wie Girish Tanti, stellvertretender Vorsitzender von Suzlon Energy, mitteilt, wird der jährliche Zubau von Windkraftanlagen in Indien bis 2030 voraussichtlich auf 14 Gigawatt ansteigen. Diese Prognose entspricht einer mehr als zweifachen Steigerung im Vergleich zu den Zuwächsen des Jahres 2025. Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Unternehmen bereits mit einem Zubau von 8 Gigawatt. Zum Stichtag 30. September 2026 lag die kumulierte installierte Windkapazität in Indien bei 59,2 Gigawatt, wobei das offizielle Ziel für 2030 eine Gesamtkapazität von 100 Gigawatt vorsieht.
Regulierung durch Speicherpflichten
Neben der Kapazitätserweiterung rückt die Integration von Speichern stärker in den Fokus der indischen Energiepolitik. Ein Entwurf der Central Electricity Authority (CEA) sieht vor, dass zukünftige bodengebundene Solarparks sowie Onshore-Windprojekte mit Stromspeichern gekoppelt werden müssen. Für Projekte, die zwischen dem 2. Juli 2029 und dem 30. Juni 2031 in Betrieb gehen, plant die Behörde eine Speicherpflicht mit einer Dauer von mindestens vier Stunden. Die Speicherkapazität muss dabei mindestens zehn Prozent der installierten Anlagenleistung betragen.
Stufenweise Einführung für neue Projekte
Für Anlagen, die nach dem 1. Juli 2027 in Betrieb genommen werden, sieht der Regulierungsentwurf eine zweistufige Mindestdauer für Speicher vor, wobei ebenfalls eine Quote von zehn Prozent der installierten Leistung als Untergrenze festgesetzt wurde. Die indische Regulierungsbehörde hat für öffentliche Stellungnahmen zu diesen neuen Anforderungen den 15. Oktober 2026 als Frist gesetzt. Diese Maßnahmen unterstreichen das Bestreben Indiens, die Netzstabilität bei einem steigenden Anteil volatiler erneuerbarer Energien durch verbindliche Speicherkapazitäten zu sichern.
