Integration von Solarenergie in die bangladeschische Fischereiwirtschaft gefordert
Experten fordern Solarenergie für die Fischerei in Bangladesch, um Kosten um 80 % zu senken und Ökosysteme vor industrieller Verschmutzung zu schützen.

Um die Umweltziele des Landes zu erreichen und die Fischerei zu modernisieren, wird eine verstärkte Integration von Solartechnologie in den Fischereisektor angestrebt. Während eines Seminars am National Press Club in Dhaka unterstrichen Experten, dass die gesamte Wertschöpfungskette – von der Aufzucht in Teichen bis hin zur Verarbeitung und Kühlung – erhebliche Synergien durch erneuerbare Energien bietet.
Potenziale durch solare Integration
Die Fischerei spielt eine entscheidende Rolle in der Wirtschaft Bangladeschs und trägt über 2,5 % zum BIP bei. Durch den Einsatz von Solaranlagen auf Teichdämmen oder den Dächern von Kühlhäusern können Betriebe ihren Energiebedarf für Belüfter, Pumpen und Eisanlagen decken. Berechnungen zeigen, dass dies die Betriebskosten um bis zu 80 % reduzieren könnte. Als Referenzprojekt gilt eine seit 2023 in Betrieb befindliche 800-kW-Schwimm-PV-Anlage auf einem Fischteich in Chapainawabganj, die Strom in das nationale Netz einspeist, ohne die Fischzucht zu beeinträchtigen.
Umweltschutz und industrieller Druck
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen steht der Schutz bedrohter Fischarten, insbesondere der nationalen Hilsa-Fischart, im Fokus. Der Ausbau der Energieinfrastruktur müsse ökologische Aspekte stärker berücksichtigen, da bestehende Kohlekraftwerke in der Nähe von Meeresschutzgebieten bereits zu negativen Auswirkungen wie erhöhten Wassertemperaturen und Schwermetallbelastungen führen. Positiv hervorzuheben ist die Entscheidung der Regierung, bei weiteren Kraftwerksprojekten, etwa in Rampal und Matarbari, verstärkt auf Solarkapazitäten statt auf Kohle zu setzen.
Sieben-Punkte-Empfehlung für die Zukunft
Um den Sektor nachhaltig zu stärken, präsentierten die Experten einen Katalog aus sieben Handlungsempfehlungen. Diese beinhalten unter anderem strengere Umweltauflagen für industrielle Projekte, den Bau regionaler Mikronetze, die Schaffung eines nationalen Finanzierungsfonds für die Energiewende sowie die verpflichtende Prüfung durch das Fischereiministerium bei Infrastrukturvorhaben. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Versorgungssicherheit erhöhen, sondern auch die Lebensgrundlage von rund 26 Millionen Menschen langfristig absichern.