IRENA fordert jährlichen Ausbau von 1.200 Gigawatt Erneuerbarer Energien bis 2030
IRENA: Um das 2030-Ziel zu erreichen, ist ein jährlicher Zubau von 1.200 GW Erneuerbarer Energien sowie eine Verdopplung der Netzinvestitionen notwendig.

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat in ihrem jüngsten Bericht die notwendigen Schritte dargelegt, um das globale Ziel einer Verdreifachung der Erneuerbaren-Kapazitäten bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Nach einem Rekordzubau von 693 Gigawatt im Jahr 2025, der die installierte Gesamtleistung auf 5,15 Terawatt hob, muss das Tempo in den kommenden Jahren deutlich angezogen werden. Um die Zielmarke von 11,2 Terawatt bis 2030 zu sichern, ist ein durchschnittlicher jährlicher Zubau von 1.200 Gigawatt für den Zeitraum 2026 bis 2030 erforderlich.
Investitionsbedarf in Netzinfrastruktur
Ein zentraler Flaschenhals bleibt die Netzinfrastruktur. Laut IRENA müssen die jährlichen Investitionen in Stromnetze bis 2030 auf nahezu eine Billion US-Dollar ansteigen, was mehr als einer Verdopplung des Niveaus von 2025 entspricht. Nur durch eine konsequente Erweiterung und Modernisierung der Netze kann die Integration der wachsenden Mengen an wetterabhängigen Energieträgern wie Solar- und Windkraft erfolgreich bewältigt werden.
Technologische Flexibilität und Speicherung
Neben dem Ausbau der Erzeugungskapazitäten betont der Bericht die Rolle von Speichersystemen und Flexibilitätslösungen. Insbesondere Batteriespeicher, deren Kosten zwischen 2024 und 2025 um 30 Prozent gesunken sind, werden als entscheidend für die Systemzuverlässigkeit eingestuft. Die Kombination aus Solar-, Wind- und Speichertechnologien soll künftig eine stabile, rund um die Uhr verfügbare Energieversorgung gewährleisten. Zudem empfiehlt IRENA den verstärkten Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz, um die Stromnachfrage präzise mit dem sauberen Angebot in Einklang zu bringen.
Ausblick auf die Energiewende
Die Bedeutung der Erneuerbaren als kosteneffizienteste Quelle für neue Elektrizität hat sich 2025 weiter gefestigt. Prognosen zufolge werden Solar- und Windenergie bis 2030 rund 62 Prozent der installierten globalen Kraftwerkskapazität ausmachen, verglichen mit 35 Prozent im Jahr 2025. Während die Energieeffizienz im vergangenen Jahr um etwa 2 Prozent stieg, mahnt die Agentur dennoch zu schnelleren Fortschritten, da für die Erreichung des Konsenses von Dubai (UAE Consensus) eine jährliche Steigerung von 4 Prozent erforderlich wäre. Über das Jahr 2030 hinaus zeichnen sich bereits weiterführende Ambitionen ab, etwa eine angestrebte Elektrifizierungsrate von 35 Prozent bis 2035.