KfW-Energiewendebarometer 2026: Investitionsbereitschaft deutscher Haushalte steigt deutlich
KfW-Energiewendebarometer 2026: Investitionsbereitschaft in Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität steigt, besonders in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Die Bereitschaft der Menschen in Deutschland, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen, hat im Jahr 2026 deutlich zugenommen. Nach den Ergebnissen des aktuellen KfW-Energiewendebarometers geben 66 Prozent der Haushalte an, einen eigenen Beitrag leisten zu wollen, was einem Anstieg von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das KfW Research befragte hierfür zwischen Dezember 2025 und April 2026 über 4.300 Haushalte repräsentativ.
Mehr Haushalte nutzen Energiewendetechnologien
Die Verbreitung klimafreundlicher Technologien im privaten Bereich wächst kontinuierlich. Mittlerweile nutzen rund 14 Millionen Haushalte – etwa 34 Prozent aller Haushalte in Deutschland – mindestens eine Energiewendetechnologie. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,1 Millionen Nutzern innerhalb eines Jahres, während der Anstieg im Vorjahreszeitraum bei rund 800.000 lag. Weitere fünf Prozent der Haushalte planen laut der Studie innerhalb der kommenden zwölf Monate eine erste Investition in diesem Bereich.
Photovoltaik und Elektromobilität als Treiber
Besonders die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen sowie Elektrofahrzeugen prägt die positive Entwicklung. Der Anteil der Haushalte mit einer Aufdach-Photovoltaikanlage stieg auf 18 Prozent, wobei mehr als jede zweite dieser Anlagen inzwischen in Kombination mit einem Batteriespeicher betrieben wird. Auch bei der Elektromobilität zeigt sich ein Aufwärtstrend: Der Anteil der Haushalte mit einem batterieelektrischen Fahrzeug oder Plug-in-Hybrid wuchs von sieben auf zehn Prozent. Insgesamt verfügen nun 53 Prozent der Haushalte über Zugang zu grünem Strom.
Einfluss von Eigentumsverhältnissen und Einkommen
Die Teilhabe an der Energiewende ist weiterhin stark von sozioökonomischen Faktoren abhängig. In selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Anteil der Haushalte, die Energiewendetechnologien einsetzen, bei 59 Prozent, während er bei Mietwohnungen lediglich 15 Prozent beträgt. Zudem korreliert die Nutzung der Technologien mit dem Einkommen: Während im einkommensstärksten Viertel der Haushalte mehr als die Hälfte entsprechende Systeme nutzt, liegt dieser Wert im einkommensschwächsten Viertel bei 20 Prozent. Die KfW sieht hierin einen Handlungsbedarf für gezielte Fördermaßnahmen.
Struktur der Heizungssysteme
Trotz der Fortschritte bei Photovoltaik und Speichern besteht im Wärmebereich weiter eine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Rund 63 Prozent der Haushalte werden nach wie vor mit Gas oder Öl beheizt. Wärmepumpen kommen bisher in neun Prozent der Haushalte zum Einsatz, was verdeutlicht, dass trotz des gestiegenen Bewusstseins – 84 Prozent der Befragten halten Klimaschutz für wichtig – erheblicher Umstellungsbedarf besteht.