Rio Tinto schließt zehnjährigen Stromliefervertrag für Aluminiumhütte Tomago ab
Rio Tinto vereinbart 10-Jahres-PPA für die Aluminiumhütte Tomago in Australien. Ab 2033 soll der Betrieb zu 100 % mit Ökostrom laufen.

Der Bergbaukonzern Rio Tinto hat mit der australischen Bundesregierung und der Regierung von New South Wales eine zehnjährige Stromabnahmevereinbarung für die Aluminiumhütte Tomago vereinbart. Der Vertrag sichert die Stromversorgung des Standorts bis zum Jahr 2038 und leitet eine schrittweise Umstellung auf grüne Energie ein. Ab 2033 soll die größte Aluminiumhütte Australiens vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden.
Investitionen von 1,1 Milliarden A$ und vollständige Umstellung ab 2033
Das Rahmenabkommen sieht bis 2038 kumulierte Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Australischen Dollar für die Modernisierung der Anlage vor. Davon sind 100 Millionen Australische Dollar gezielt für technische Dekarbonisierungsprojekte vorgesehen, darunter die Anpassung der Elektrolysezellen und Hilfssysteme an die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien. Der bestehende Stromvertrag läuft Ende 2028 aus. In einer Übergangsphase von 2029 bis 2032 wird der Anteil sauberer Energien kontinuierlich gesteigert, bevor ab 2033 die vollständige Versorgung mit Ökostrom greift.
Emissionsreduktion und Einbindung in die Netzstabilisierung
Durch die Umstellung auf erneuerbare Energien sollen die jährlichen Scope-1- und Scope-2-Emissionen der Hütte um etwa 7,1 Millionen Tonnen CO2 gesenkt werden. Als größter Stromverbraucher im Bundesstaat New South Wales übernimmt die Aluminiumhütte zudem eine wichtige Funktion für die Netzstabilität. Über gezieltes Lastmanagement (Demand Response) kann der Betrieb seinen Stromverbrauch in Zeiten hoher Netzbelastung anpassen und so das lokale Stromnetz entlasten.
Bedeutung für die australische Aluminiumindustrie und Eigentümerstruktur
Die Tomago-Aluminiumhütte ist mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 590.000 Tonnen die größte Elektrolyse-Aluminiumhütte Australiens und deckt rund 40 Prozent der nationalen Primäraluminiumproduktion ab. Der Stromanteil macht mehr als 40 Prozent der gesamten Betriebskosten aus. Angesichts des anstehenden Kohleausstiegs und steigender Energiepreise bestanden erhebliche Unsicherheiten über den Fortbestand der Anlage nach 2028. Das Abkommen sichert nun rund 1.000 direkte Arbeitsplätze sowie tausende indirekte Stellen in der Region Hunter. Das Bündnis wird von Rio Tinto mit einem Anteil von 51,55 Prozent geführt, weitere Partner sind Gove Aluminium Finance mit 36,05 Prozent und Norsk Hydro mit 12,40 Prozent.
Herausforderungen beim Ausbau erneuerbarer Infrastrukturen
Der langfristige Erfolg der Vereinbarung hängt wesentlich vom pünktlichen Ausbau von Wind- und Photovoltaikprojekten sowie den erforderlichen Übertragungsnetzen in der Region ab. Zudem beeinflussen weltweite Aluminiumpreise und Rohstoffkosten für Tonerde die künftige Wirtschaftlichkeit des Standorts. Rio Tinto betont, dass das Erreichen der eigenen Unternehmens-Emissionsziele für 2030 maßgeblich von der rechtzeitigen Inbetriebnahme der geplanten Erneuerbare-Energien-Projekte abhängt.