RWE investiert in 400-Megawatt-Batteriespeicher in den Niederlanden
RWE baut einen 400 MW Batteriespeicher am Standort Moerdijk in den Niederlanden. Das Projekt soll die Netzstabilität erhöhen und erneuerbare Energien integrieren.

RWE hat die finale Investitionsentscheidung für den Bau eines Batteriespeicherkraftwerks am Standort Moerdijk in den Niederlanden getroffen. Mit einer Leistung von 400 Megawatt und einer Speicherkapazität von 1.100 Megawattstunden zählt das Vorhaben zu den größten Anlagen dieser Art in der Region. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Anlage ist für das zweite Quartal 2028 geplant.
Technik und Kapazität des Speichers
Das Speichersystem besteht aus 208 einzelnen Batteriecontainern, die mit Lithium-Ionen-Technologie ausgestattet sind. Bei voller Leistung kann der Speicher etwa drei Stunden lang Energie abgeben, was ausreicht, um den abendlichen Spitzenbedarf von rund 500.000 Haushalten zu decken. Neben der Bereitstellung von Kapazitäten zur Spitzenlastabdeckung ist das System in der Lage, kurzfristig überschüssige Energie aus dem Netz aufzunehmen und so die Netzstabilität zu erhöhen.
Entlastung des Stromnetzes in Noord-Brabant
Ein wesentlicher Zweck des Projekts ist die Entlastung des Stromnetzes in der Provinz Noord-Brabant. Durch entsprechende Kapazitätssteuerungsvereinbarungen mit dem niederländischen Übertragungsnetzbetreiber TenneT soll der Batteriespeicher gezielt zur Vermeidung von Netzengpässen eingesetzt werden. Die Anbindung erfolgt über ein bestehendes Umspannwerk direkt am RWE-Standort Moerdijk. Netzbetreiber wie TenneT und der regionale Anbieter Enexis prüfen zudem, inwieweit die durch den Speicher gewonnene Flexibilität neue Kapazitäten für Verbraucher schaffen kann, die derzeit auf einen Netzanschluss warten.
Integration erneuerbarer Energien
Der neue Batteriespeicher dient als strategisches Instrument zur Integration volatiler Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Er ist darauf ausgelegt, die Stromproduktion des Offshore-Windparks OranjeWind, ein Gemeinschaftsprojekt von RWE und TotalEnergies mit einer Leistung von 795 Megawatt, besser mit der tatsächlichen Nachfrage in Einklang zu bringen. In Zeiten hohen Windaufkommens speichert die Anlage überschüssigen Strom und speist ihn bei Bedarf wieder ein. Neben Batteriespeichern setzt RWE bei derartigen Projekten ergänzend auf Technologien wie Elektrolyseure und E-Boiler, um den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energiewende voranzutreiben.