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Schleswig-Holstein wirbt mit Klimaneutralitäts-Realisierungsvereinbarung für bundesweites Modell

Schleswig-Holstein präsentiert eine Realisierungsvereinbarung für Klimaneutralität 2040 als bundesweites Modell für den Gebäudesektor.

Architekturblatt

Die schleswig-holsteinische Landesregierung und der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) haben einen gemeinsamen Vorstoß unternommen, um ihr Modell zur Erreichung der Klimaneutralität im Gebäudesektor bis zum Jahr 2040 anderen Bundesländern als Orientierungshilfe anzubieten. In einem Schreiben an die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien unterstrichen Minister Dirk Schrödter und VNW-Direktor Andreas Breitner die Bedeutung einer breiten gesellschaftlichen Basis für diesen Transformationsprozess. Grundlage der Initiative ist eine Ende Juni geschlossene Realisierungsvereinbarung, die Politik, Wohnungswirtschaft, Eigentümervertretungen, Sozialverbände sowie den Mieterbund vereint.

Ein zentrales Anliegen der Vereinbarung ist es, Klimaschutzmaßnahmen mit bezahlbarem Wohnraum in Einklang zu bringen. Dabei wird betont, dass die energetische Sanierung und die Umstellung der Wärmeversorgung nicht zulasten der Mieterinnen und Mieter gehen dürfen. Zugleich wird die Notwendigkeit hervorgehoben, die Investitionsfähigkeit der Wohnungsunternehmen unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erhalten. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) begrüßte diesen Schulterschluss als praxistauglichen Weg für eine sozial verträgliche Energiewende.

Die Realisierungsvereinbarung sieht ein Bündel an Maßnahmen vor, die eng miteinander verzahnt werden müssen. Dazu zählen neben der energetischen Sanierung des Gebäudebestands und der Umstellung der Wärmeversorgung auch eine stufenweise Anhebung des Anteils erneuerbarer Energien beim Heizungstausch nach 2030 sowie eine fortlaufende Begleitung durch Beratung und Förderprogramme. Ein besonderer Aspekt des Konzepts ist der explizite Umgang mit Restemissionen: Die Akteure erkennen an, dass im Gebäudesektor auch über das Jahr 2040 hinaus Emissionen verbleiben können, die durch Minderungen in anderen Wirtschaftsbereichen ausgeglichen werden müssen.

Der norddeutsche Ansatz setzt darauf, dass die Dekarbonisierung der Strom- und Wärmeversorgung den wirksamsten Hebel zur Emissionsminderung darstellt. Durch die Einbindung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen soll zudem die Akzeptanz für die notwendigen Veränderungen erhöht und Planungssicherheit für die betroffenen Unternehmen und Haushalte geschaffen werden. Das Modell wird als ein Weg verstanden, die komplexe Aufgabe der klimaneutralen Transformation verlässlich und finanzierbar zu gestalten, statt sich auf theoretische Zielvorgaben zu verlassen.

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