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Schwarz Gruppe plant eines der größten deutschen Rechenzentren bei Rostock

Die Schwarz Gruppe baut bei Rostock ein riesiges Rechenzentrum mit 240 Megawatt Kapazität. Fokus liegt auf grüner Energie und der Nutzung von Abwärme.

Europe Says

Die Schwarz Gruppe, Mutterkonzern von Lidl und Kaufland, hat den Bau eines neuen Rechenzentrums bei Rostock angekündigt. Mit einer geplanten Kapazität von zunächst 240 Megawatt soll das Vorhaben zu den größten Anlagen dieser Art in Deutschland gehören. Das Unternehmen beziffert die Baukosten auf rund 5,6 Milliarden Euro und rechnet für das Gesamtprojekt mit Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich. Der Baubeginn ist für das kommende Jahr vorgesehen.

Fokus auf erneuerbare Energien und regionale Standortvorteile

Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die nachhaltige Energieversorgung. Der Betrieb des Rechenzentrums soll nach Angaben der Schwarz Gruppe ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien erfolgen. Die Wahl des Standorts in Küstennähe begründet der Konzern mit der hohen Verfügbarkeit von Windstrom in Mecklenburg-Vorpommern. Da der Netzausbau für den Abtransport des Windstroms in den Süden noch andauert, kann das Rechenzentrum als Großabnehmer vor Ort zur Netzstabilität beitragen, indem es Strom nutzt, der ansonsten ungenutzt bliebe. Zusätzlich profitiert der Standort von den klimatischen Bedingungen, die eine effizientere Kühlung der Server ermöglichen, sowie von der Nähe zur Ostsee, die die Wasserversorgung für Kühlsysteme sicherstellt.

Integration in die kommunale Wärmeplanung

Neben der Rechenleistung ist die energetische Nutzung der produzierten Abwärme ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Die Schwarz Gruppe beabsichtigt, die entstehende Wärme in das Rostocker Fernwärmenetz einzuspeisen, um so zur Wärmeversorgung lokaler Haushalte beizutragen. Ein vergleichbares Konzept wird derzeit bereits in Lübbenau umgesetzt, wo die entsprechenden vertraglichen Rahmenbedingungen und Infrastrukturmaßnahmen bereits initiiert wurden.

Stärkung der digitalen Souveränität

Das Rechenzentrum dient primär der Erweiterung der Kapazitäten der Schwarz-Digit-Sparte, insbesondere für den Cloud-Dienstleister Stack It. Ziel ist es, digitale Wertschöpfung und Cloud-Lösungen unter europäischer Rechtslage zu stärken und Alternativen zu US-amerikanischen Tech-Giganten anzubieten. Das Vorhaben richtet sich gezielt an Unternehmen, Sicherheitsbehörden und die öffentliche Verwaltung, die hohe Anforderungen an die Datensicherheit und Souveränität stellen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Ansiedlung des Projekts mit Fördermitteln in Höhe von bis zu 120 Millionen Euro.

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