Strompreise am indischen Spotmarkt erreichen Preisobergrenze
Strompreise am indischen Day-Ahead-Markt erreichen aufgrund hoher Nachfrage und knapper Versorgung regelmäßig die Höchstgrenze von 20 Rupien.

Am indischen Strommarkt ist die Anspannung in der aktuellen Herbstphase deutlich spürbar. Der High Price Day-Ahead Market (HP-DAM) verzeichnete im bisherigen September wiederholt Preisspitzen, die das regulatorische Limit von 20 Rupien pro Stromeinheit erreichten. Dieser Handelsbereich ist speziell für Erzeuger mit höheren variablen Kosten konzipiert, darunter Gaskraftwerke, Anlagen auf Basis importierter Kohle sowie Batteriespeichersysteme.
Nachfragespitzen durch hohe Temperaturen
Die Marktdaten der Indian Energy Exchange (IEX) belegen, dass die Stromnachfrage insbesondere in den Abendstunden außerhalb der solaren Erzeugungszeiten den Preis nach oben treibt. Am 10. September erreichte die landesweite Spitzenlast mit 269 Gigawatt einen neuen Rekordwert für diesen Monat. Treiber der Entwicklung sind vor allem ein erhöhter Strombedarf für Kühlungs- und Bewässerungszwecke. Unterstützt wird dieser Trend durch ein Regendefizit von 15 Prozent, das die Erwartungen an eine frühere Entspannung durch den Monsun-Rückzug im Nordwesten Indiens dämpfte.
Eingeschränkte Verfügbarkeit bei konventionellen Energien
Neben der gestiegenen Nachfrage sorgt ein verknapptes Angebot für den Aufwärtsdruck am Spotmarkt. Laut Branchenexperten führen saisonale Störungen der Kohlelogistik und eine verminderte Leistung der Wasserkraftwerke dazu, dass das verfügbare Angebot den Bedarf kaum decken kann. Dies zeigt sich auch im regulären Day-Ahead-Markt, in dem die Kaufgebote das Verkaufsangebot in vielen Handelsphasen signifikant übersteigen. Die durchschnittlichen Marktpreise für den Stromhandel in der ersten Septemberhälfte lagen mit 7,83 Rupien pro Einheit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum.
Bedeutung von Flexibilität im Stromnetz
Marktteilnehmer betonen die Rolle des HP-DAM bei der Sicherung der kritischen Stromversorgung. Er ermögliche es Kraftwerken mit höheren Grenzkosten, ihre Produktion überhaupt in den Markt zu bringen, was in Zeiten extremer Knappheit einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leistet. Die aktuelle Situation unterstreicht die Abhängigkeit des indischen Energiesystems von wetterabhängigen Faktoren wie Temperatur und Niederschlag, insbesondere bei der Versorgung von Agrar- und Kühlungssektoren.