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VKU-Umfrage: Mehrheit der Stadtwerke sieht Klimaziele 2045 ohne neue politische Weichenstellung gefährdet

Mehrheit der Stadtwerke sieht Klimaziele 2045 ohne neue politische Weichenstellung gefährdet. VKU fordert mehr Planungssicherheit für die Wärmewende.

Niedersachsen Aktuell

Die Erreichung einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung in Deutschland bis zum Jahr 2045 steht aus Sicht der kommunalen Wärmeversorger auf der Kippe. In einer aktuellen Erhebung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) unter 757 Energieversorgern gaben 75 Prozent an, dass das Ziel aufgrund fehlender politischer Weichenstellungen derzeit nicht realisierbar sei. Vier von zehn Stadtwerken bewerten das im Juli eingeführte Gebäudemodernisierungsgesetz zudem als Bremsklotz für die Wärmewende.

Forderung nach mehr Investitionssicherheit

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing betonte, dass die kommunalen Unternehmen zwar hinter der Wärmewende stünden, da diese die Versorgungssicherheit stärke und die Abhängigkeit von fossilen Importen reduziere. Um die notwendigen Investitionen in eine klimafreundliche Infrastruktur zu ermöglichen, verlangt der Verband von der Bundesregierung jedoch kurzfristig mehr Klarheit und konkrete Gesetzentwürfe. Als kritische Voraussetzungen für Investitionsentscheidungen nannten 86 Prozent der Unternehmen die Wärmelieferverordnung, die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes zur Transformation der Gasnetze sowie das Wärmeplanungsgesetz.

Kritik am neuen Heizungsgesetz

Das bisherige, oft als „Heizungsgesetz“ bezeichnete Regelwerk wurde durch das neue Gebäudeenergiegesetz abgelöst, stößt jedoch auf verbreitete Skepsis. Während die Hälfte der Unternehmen weder Fortschritt noch Rückschritt durch die neuen Regelungen wahrnimmt, bewerten 36 Prozent das Gesetz negativ. Kritisiert wird insbesondere der Wegfall der bisherigen 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien bei der Wärmeerzeugung. Dies erschwere die Planungssicherheit, da Stadtwerke, Kommunen und Bürger verlässliche Rahmenbedingungen benötigen, um zwischen Technologien wie Wärmepumpen, Fernwärmenetzen oder klimaneutralen Gasen abzuwägen.

Investitionsbedarf und Finanzierungsdruck

Die Branche steht vor massiven Investitionssummen. Jedes zweite Unternehmen rechnet damit, dass sich sein Investitionsvolumen bis 2030 gegenüber dem Jahr 2024 mehr als verdoppeln wird. Viele Versorger sehen die aktuellen Finanzierungsbedingungen jedoch als unzureichend an. 56 Prozent der Befragten kritisierten die Förderkonditionen, während 61 Prozent die rechtlichen Rahmenbedingungen als unklar einstufen. Der VKU fordert daher, insbesondere den Ausbau von Wärmenetzen mit jährlich rund 3,5 Milliarden Euro dauerhaft abzusichern und bestehende Förderprogramme zu stabilisieren.

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