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Bidirektionales Laden: E-Autos versorgen Fährschiff auf Norderney

Ein neuer Prototyp in Norddeich nutzt parkende E-Autos zum bidirektionalen Laden für die Versorgung der E-Fähre Frisia E-1 auf Norderney.

Unternehmensmeldung.net

In Norddeich hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies den ersten Prototyp einer neuen Ladesäule für das bidirektionale Laden offiziell in Betrieb genommen. Das System ermöglicht es, parkende Elektroautos als Stromspeicher zu nutzen, um den elektrisch betriebenen Katamaran Frisia E-1 – das erste E-Seeschiff unter deutscher Flagge – mit Energie zu versorgen. Das Vorhaben verknüpft dabei die Elektromobilität mit dem emissionsfreien Schiffsverkehr und leistet einen Beitrag zur dekarbonisierten Inselversorgung.

Technische Umsetzung und Forschungspartner

Für den Praxisbetrieb des Forschungsprojekts, das eine Kooperation zwischen der Reederei Norden-Frisia, dem Volkswagen Werk Emden, der Hochschule Osnabrück und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist, wurde ein speziell ausgerüsteter Volkswagen ID.7 bereitgestellt. Die installierte Software erlaubt es dem Fahrzeug, Strom nicht nur aufzunehmen, sondern bei Bedarf auch wieder in das Ladesystem des Katamarans abzugeben. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Hochschule Osnabrück, die bereits langjährige Erfahrung in der Entwicklung bidirektionaler Schnellladesysteme besitzt.

Regionale Infrastruktur und Ziele

Die Reederei Norden-Frisia hat für das Projekt am Hafen von Norddeich bereits 242 Stellplätze mit Ladepunkten und Solardächern ausgestattet, wobei ein Ausbau auf 600 Plätze in Planung ist. Langfristiges Ziel des Fährunternehmens ist es, etwa 60 Prozent des benötigten Stroms für den E-Katamaran aus selbst erzeugter Solarenergie zu gewinnen. Das Projekt soll zudem Anreize für Reisende schaffen, ihre Fahrzeuge während des Inselaufenthalts als Puffer für das lokale Stromnetz zur Verfügung zu stellen.

Förderung und Laufzeit

Das Forschungsvorhaben wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit insgesamt 164.894 Euro unterstützt. Die Laufzeit des Projekts ist bis Januar 2027 angesetzt, um in diesem Zeitraum die technologische Praxistauglichkeit sowie wirtschaftliche Anreizmodelle für die Nutzer zu evaluieren.

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