Bundesnetzagentur startet integrierten Dialog zur Netzentwicklungsplanung für 2045
Die Bundesnetzagentur startet den Dialog zu Szenariorahmen für Strom, Gas und Wasserstoff bis 2045. Die Konsultation läuft bis zum 28. September 2026.

Die Bundesnetzagentur hat einen neuen, integrativen Konsultationsprozess zur zukünftigen Ausgestaltung der deutschen Energieinfrastruktur eingeleitet. Mit dem Start des Dialogs zu den Entwürfen der Szenariorahmen für Strom, Gas und Wasserstoff verfolgt die Behörde das Ziel, die Planungsabläufe über alle Sektoren hinweg enger zu vernetzen. Erstmals werden die Annahmen für diese Bereiche parallel diskutiert, was laut Behördenpräsident Klaus Müller eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende darstellt.
Fokus auf klimaneutrales Energiesystem 2045
Die nun zur Diskussion stehenden Dokumente skizzieren verschiedene Entwicklungspfade für ein klimaneutrales Energiesystem bis zum Jahr 2045. Im Stromsektor haben die Übertragungsnetzbetreiber jeweils drei Szenarien für die Jahre 2040 und 2045 entworfen. Dabei zeigt sich eine wesentliche Anpassung gegenüber früheren Berechnungen: Die für das Gesamtsystem angenommene Leistung der Elektrolyseure fällt in allen Szenarien geringer aus, was die Bedeutung von Wasserstoffimporten für die Versorgungssicherheit hervorhebt. Gleichzeitig bestätigen die Analysen einen kontinuierlichen Trend zu steigenden Leistungen und Verbräuchen, insbesondere durch den Ausbau von Rechenzentren und großskaligen Batteriespeichern.
Differenzierte Betrachtung von Gas und Wasserstoff
Auch die Planungen für Gas und Wasserstoff weisen neue Schwerpunkte auf. Während in den ersten beiden Szenarien die Ausspeisekapazitäten für Wasserstoff vergleichbar bleiben, kalkuliert das dritte Szenario für 2040 und 2045 mit höheren Anteilen an Erdgas bei entsprechend reduzierten Wasserstoffkapazitäten. Eine Neuerung in diesem Zyklus ist die Aufnahme einer Modellierungsvariante für Wasserstoff bereits im Jahr 2035. Zudem erhält Biomethan in der aktuellen Planung ein signifikant höheres Gewicht als in den vorherigen Verfahren.
Teilnahmemöglichkeiten für Akteure
Die Bundesnetzagentur lädt Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Verbände sowie Behörden zur aktiven Teilnahme am Konsultationsprozess ein. Die Entwürfe sowie ein begleitendes Dokument mit Hinweisen zu den gewünschten Stellungnahmen sind auf der Internetpräsenz der Behörde verfügbar. Die Frist für die Einreichung von Rückmeldungen endet am 28. September 2026. Ergänzend dazu bietet die Bundesnetzagentur am 10. September 2026 eine Online-Informationsveranstaltung an, für die Anmeldungen ab sofort möglich sind.