Energieindustrie zur stärkeren Bekämpfung von Desinformation aufgerufen
Senator Peter Whish-Wilson fordert die Branche der erneuerbaren Energien auf, aktiver gegen fossil finanzierte Desinformation und politische Widerstände vorzugehen.

Die Branche für erneuerbare Energien steht zunehmend vor der Herausforderung, sich gegen Desinformation zur Wehr zu setzen, die den Ausbau klimafreundlicher Technologien gezielt untergraben soll. Auf dem diesjährigen Australian Clean Energy Summit rief der scheidende Senator Peter Whish-Wilson die Akteure der Branche dazu auf, ihre politische Präsenz und Lobbyarbeit deutlich zu verstärken.
Wie lässt sich Desinformation wirksam bekämpfen?
Whish-Wilson betonte, dass viele klimapolitische Herausforderungen letztlich politische Entscheidungen erforderten. Die Branche müsse daher lernen, Politiker stärker in die Verantwortung zu nehmen und in den Regierungszentren aktiver zu agieren. Er kritisierte, dass die fossile Industrie in vielen Teilen der Welt bereits massiven politischen Einfluss ausübe, während Akteure der erneuerbaren Energien ihre Gestaltungsmacht oft noch nicht voll ausschöpften. Eine zentrale Empfehlung lautet zudem, dass Unternehmen strategisch in lokale Medien investieren sollten. Chris O-Keefe vom Clean Energy Council wies darauf hin, dass kommerzielle Partnerschaften mit lokalen Zeitungen oder Radiosendern dazu beitragen können, die Tonalität der Berichterstattung zu versachlichen und einer einseitig negativen Darstellung von Projekten entgegenzuwirken.
Welche Rolle spielt die Finanzierung von Desinformation?
Eine Untersuchung des Senats, die vor einem Jahr initiiert wurde, identifizierte unter anderem das in den USA ansässige Atlas Network als eine treibende Kraft hinter internationalen Anti-Klima-Initiativen und organisiertem Widerstand gegen Erneuerbare-Projekte. Whish-Wilson beschrieb den Prozess als „asymmetrische Informationsantwort“, da die Gegenseite über gut strukturierte Netzwerke verfüge, während die Befürworter der Energiewende oft unkoordiniert agierten. Weitere Einzelheiten zu den konkreten Strukturen hinter derartigen Kampagnen sind Gegenstand laufender Beobachtungen durch Sozialforscher und politische Gremien.
Wie geht es weiter?
Der Abschlussbericht der Untersuchung enthielt 21 Empfehlungen, zu denen unter anderem eine verbesserte Förderung unabhängiger Medien und die Auseinandersetzung mit algorithmischen Mechanismen gehören, die zur Verbreitung von Falschinformationen beitragen. Ob und wie die Bundesregierung diese Empfehlungen finanziell unterlegen und umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Für die Industrie bleibt die zentrale Aufgabe, ein gemeinsames Vorgehen zu finden, um der gezielten Degradierung des Informationsumfelds entgegenzutreten.
Quelle: https://reneweconomy.com.au/weve-got-to-fight-back-energy-industry-urged-to-step-up-against-fossil-funded-disinformation/