Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihrer Innovationsförderung grünes Licht für den Aufbau einer neuen Produktionsstätte für Seltenerdmagnete in Estland gegeben. Das Vorhaben wird durch das kanadische Unternehmen Neo Performance Materials realisiert, das bereits bestehende Anlagen in Sillamäe und Narva betreibt. Die neue Produktionslinie deckt den gesamten Prozess von der Materialtrennung und Metallisierung bis hin zur Endfertigung der Magnete ab.
Die geplante jährliche Kapazität von bis zu 3.000 Tonnen soll einen wichtigen Beitrag zur europäischen Wertschöpfungskette leisten. Ein wesentlicher Teil dieser Produktion, konkret ein Drittel, ist für die Versorgung von Offshore-Windparks innerhalb der Europäischen Union vorgesehen. Dieser Schritt unterstreicht das Bestreben der EU, die Abhängigkeit von Importen in strategischen Technologiefeldern zu verringern.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die ökologische Bilanz der Produktion. Laut den vorliegenden Angaben wird erwartet, dass die neuen Kapazitäten in den ersten zehn Betriebsjahren Emissionen von mehr als 3,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent einsparen können. Dies ist Teil der umfassenderen Strategie, im Rahmen des EU-Innovationsfonds 77 Projekte für klimaneutrale Technologien mit insgesamt 3,4 Milliarden Euro zu unterstützen, wobei die Mittel aus den Einnahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) stammen.
Bisher ist das Unternehmen am Standort Sillamäe auf Rohstofflieferungen aus Russland angewiesen. Im Zuge der aktuellen Entwicklung hat sich der Betreiber jedoch verpflichtet, diese Lieferkette aufzugeben. Die genauen Details und Bedingungen der Fördervereinbarungen sollen im ersten Quartal 2027 bekannt gegeben werden.
