Grüne kritisieren Unionsvorschläge zur EEG-Novelle als Gefahr für Arbeitsplätze
Grüne warnen vor Gefährdung von 430.000 Arbeitsplätzen im Bereich Erneuerbare Energien durch Unionsvorschläge zur EEG-Novelle.

In der laufenden Debatte um die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist ein scharfer politischer Streit entbrannt. Der Parteivorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, warf der Union vor, mit ihren Änderungsvorschlägen am Gesetzentwurf den Ausbau der Erneuerbaren Energien auszubremsen und damit rund 430.000 Arbeitsplätze, vor allem in ländlichen Regionen, zu gefährden.
Kritik an bürokratischen Hürden
Banaszak erklärte gegenüber der Rheinischen Post, dass die Union statt der Förderung von Wind- und Solarenergie neue bürokratische Hürden aufbaue. Er sprach in diesem Zusammenhang von "Aktenstapeln", die den notwendigen Fortschritt bei der Energiewende blockierten. Der Grünen-Politiker betonte, dass Investitionen in erneuerbare Energiequellen essenziell seien, um die Unabhängigkeit von teuren Energieimporten zu erhöhen und regionale Wertschöpfung zu sichern. Als Beleg für die Dringlichkeit einer Entbürokratisierung verwies er auf Kritik von Bankenseite, die sich laut Banaszak bereits in einem Schreiben an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) besorgt über einen "Bürokratie-Moloch" geäußert hätten.
Sorge um Versorgungssicherheit
Auch der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, äußerte sich besorgt über die Forderungen der Unionsfraktion. Er bezeichnete die Initiativen als eine "Jagd auf die Erneuerbaren", die nicht nur Arbeitsplätze in der Branche gefährde, sondern auch die langfristige Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland in Frage stelle. Die Auseinandersetzung verdeutlicht die unterschiedlichen energiepolitischen Positionen in der laufenden Gesetzgebungsphase, bei der insbesondere die Balance zwischen regulatorischer Aufsicht und der notwendigen Geschwindigkeit beim Ausbau der Netze und Anlagen im Mittelpunkt steht.