Infineon stärkt Halbleiter-Fertigung mit neuer Fabrik in Dresden
Infineon investiert 5 Milliarden Euro in neue Smart-Power-Fabrik in Dresden zur Produktion von Halbleitern für Elektromobilität und KI-Infrastruktur.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat die Inbetriebnahme seiner neuen Smart-Power-Fabrik in Dresden bekannt gegeben. Mit einem Investitionsvolumen von fünf Milliarden Euro handelt es sich um die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Die neue Fertigungsstätte verdoppelt die Kapazitäten am Standort Dresden und soll als weltweit größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter sowie analoge und Mixed-Signal-Technologien fungieren.
Produktion für Energiewende und KI
Die in Dresden gefertigten Chips sind zentraler Bestandteil für Anwendungen in der Elektromobilität, der modernen Energieversorgung und dem Ausbau der KI-Infrastruktur. Durch die Erweiterung der Fertigungskapazitäten reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage nach effizienten Halbleiterlösungen, die für die globale Energiewende und digitale Transformationsprozesse erforderlich sind.
Strategische Kooperationen und Akquisitionen
Neben dem Kapazitätsausbau setzt Infineon auf gezielte Ergänzungen im Portfolio. Ende August wurde das Unternehmen C2i Semiconductors übernommen, um die Kompetenzen im Bereich Power-Management-Lösungen für KI-Rechenzentren zu stärken. Zudem besteht eine Absichtserklärung mit dem estnischen Unternehmen Skeleton Technologies. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Architekturen für die Stromversorgung von KI-Infrastrukturen, wobei Leistungshalbleiter von Infineon mit Superkondensatoren von Skeleton kombiniert werden sollen.
Operative Entwicklung und Marktumfeld
Operativ verzeichnete Infineon im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das vierte Quartal wird ein weiteres Wachstum von 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro prognostiziert. Während die operative Leistung solide Kennzahlen aufweist, zeigt sich das Analystenfeld uneins über die zukünftige Wachstumsdynamik im Bereich der KI-Rechenzentren. Die Spanne der aktuellen Kursziele verdeutlicht die unterschiedliche Bewertung der strategischen Ausrichtung des Konzerns im Sektor der Leistungshalbleiter.