Niedrigwasser in deutschen Wasserstraßen belastet Recycling-Logistik
Niedrigwasser auf Rhein, Donau und Oder verteuert den Schrotttransport massiv. Verbände fordern eine politische Strategie zur Sicherung der Rohstoffversorgung.

Das anhaltende Niedrigwasser auf den wichtigen deutschen Wasserstraßen Rhein, Donau und Oder beeinträchtigt derzeit die Logistik der Recyclingbranche erheblich. Da Binnenschiffe aufgrund der geringen Pegelstände oft nur noch mit einem Drittel bis der Hälfte ihrer regulären Kapazität fahren können, gerät der Transport von aufbereitetem Stahlschrott, einem zentralen Rohstoff für die Industrie, zunehmend ins Stocken. Die BDSV, der bvse und der VDM weisen darauf hin, dass die Frachtsätze auf einzelnen Routen bereits das Drei- bis Vierfache des üblichen Niveaus erreicht haben.
Keine kurzfristige Verlagerung auf Schiene oder Straße
Eine Ausweichung auf alternative Transportwege ist nach Ansicht der Verbände kaum realisierbar. Die Schieneninfrastruktur leide bereits unter Kapazitätsengpässen, während der Lkw-Verkehr die hohen Tonnagen der Binnenschifffahrt weder ökonomisch noch ökologisch kompensieren könne. Eine massive Verlagerung auf den Straßenverkehr würde zudem den klimapolitischen Zielen widersprechen, da dies die Emissionen erhöhen und die ohnehin belastete Infrastruktur weiter strapazieren würde.
Forderung nach politischer Niedrigwasserstrategie
Angesichts der Bedeutung von Recyclingmaterialien für die Transformation der Stahlindustrie hin zu Elektrolichtbogenöfen fordern BDSV, bvse und VDM eine konsequente Stärkung der Transportketten. Die Verbände plädieren für eine bundesweite Niedrigwasserstrategie, die über den Rhein hinaus weitere Wasserstraßen umfasst. Zu den zentralen Forderungen gehören eine beschleunigte Sanierung und Abladeoptimierung der Wasserwege, eine verlässliche Finanzierung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie gezielte Förderungen für emissionsarme, niedrigwassergeeignete Schiffe. Zudem fordern sie eine fairere Verteilung der durch die logistischen Schwierigkeiten entstandenen Mehrkosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Quelle: https://www.vdm.berlin/2026/08/05/niedrigwasser-gefaehrdet-rohstoffversorgung-der-stahlindustrie/