top of page

Offshore-Windpark Oranje Wind: Bauphase für 795-MW-Projekt in den Niederlanden beginnt

RWE und Total Energies starten den Bau des 795-MW-Offshore-Windparks Oranje Wind. Das Projekt setzt auf Systemintegration durch Speicher und Wasserstoff.

Energiefirmen.de

In der niederländischen Nordsee haben die Bauarbeiten für den Offshore-Windpark Oranje Wind begonnen. Die RWE AG und Total Energies, die das Projekt als gleichberechtigte Joint-Venture-Partner realisieren, haben mit der Installation des ersten von insgesamt 53 Monopile-Fundamenten einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Windpark, der rund 53 Kilometer vor der Küste entsteht, soll über eine installierte Leistung von 795 Megawatt verfügen und bis Anfang 2028 vollständig in Betrieb genommen werden.

Technisches Design und Fundamentbau

Für den Windpark kommen 53 Windenergieanlagen des Typs V236 von Vestas zum Einsatz, die jeweils eine Nennleistung von 15 Megawatt aufweisen. Eine Besonderheit bei der Konstruktion ist die direkte Befestigung der Anlagen am oberen Flansch der Monopile-Fundamente, wodurch im Vergleich zu herkömmlichen Designs mit Transition Pieces der Stahlbedarf sinkt. Die Fundamente liefert das Unternehmen Sif, während das Spezialschiff „Les Alizés“ von Jan De Nul die Transport- und Installationsarbeiten übernimmt. Um die marine Fauna während der Bauarbeiten zu schützen, wird beim Einrammen der Fundamente ein Blasenschleier zur Schalldämmung eingesetzt.

Systemintegration als zentrale Komponente

Das Projekt Oranje Wind wurde im Rahmen einer Ausschreibung vergeben, bei der die Systemintegration einen entscheidenden Anteil an der Bewertung ausmachte. Die niederländische Regierungsagentur RVO legte hierbei besonderen Wert auf Konzepte, welche die Offshore-Windstromerzeugung effizient mit Speichern und flexiblen Verbrauchern vernetzen. RWE bringt hierfür eigene Batteriespeicher am Standort Eemshaven sowie am Standort Moerdijk ein, um Netzschwankungen auszugleichen und zur Stabilität des Stromnetzes beizutragen. Zusätzlich sind flexible Verbraucher wie E-Boiler und intelligente Ladelösungen für Elektromobilität geplant, um die Stromnachfrage flexibler an das Angebot aus erneuerbaren Quellen anzupassen.

Wasserstoffprojekte der Partner

Beide Joint-Venture-Partner nutzen zudem Teile der erzeugten Energie für eigene Wasserstoffprojekte. RWE entwickelt in Eemshaven einen 100-Megawatt-Elektrolyseur, für den bereits alle erforderlichen Bau- und Umweltgenehmigungen vorliegen, während die finale Investitionsentscheidung noch aussteht. Total Energies plant, seinen Anteil an der Stromproduktion für Elektrolyseprojekte mit einer Gesamtleistung von 350 Megawatt einzusetzen. Unter anderem ist in Zusammenarbeit mit Air Liquide eine 250-Megawatt-Anlage an der Zeeland-Raffinerie vorgesehen, die jährlich rund 30.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren soll.

bottom of page