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Südkoreanische Werften treiben Ausbau schwimmender Infrastruktur voran

Südkoreanische Werften wie HD Hyundai und Hanwha Ocean bauen schwimmende Kraftwerke und Rechenzentren, um Flächenmangel und Genehmigungshürden zu umgehen.

ASIATODAY

Die südkoreanische Schiffbauindustrie erschließt neue Geschäftsfelder abseits des klassischen Schiffsbaus und konzentriert sich verstärkt auf industrielle Offshore-Komplexe. Dabei nutzen die Unternehmen ihr Know-how aus der Fertigung von Spezialschiffen und Offshore-Anlagen, um Infrastrukturen wie Kraftwerke, Produktionsstätten und Rechenzentren auf schwimmenden Plattformen zu realisieren. Durch diesen Ansatz lassen sich zentrale Engpässe wie der Mangel an geeignetem Bauland sowie zeit- und kostenintensive Genehmigungsverfahren an Land vermeiden.

Schwimmende Infrastrukturen als Lösung für Energieengpässe

Ein wesentlicher Vorteil der schwimmenden Anlagen ist ihre Mobilität. Während landbasierte Großprojekte häufig an langwierige Prozesse zur Landerschließung und Netzerweiterung gebunden sind, können die schwimmenden Einheiten in Werften gefertigt und anschließend direkt zu den Zentren mit hohem Energiebedarf geschleppt werden. Damit bieten sie eine vielversprechende Option für die Stromversorgung von abgelegenen Regionen, Inseln oder energieintensiven Industrieparks und Datenzentren.

Strategische Neuausrichtung bei führenden Schiffbauern

Große Akteure wie HD Hyundai, Hanwha Ocean und Samsung Heavy Industries haben schwimmende Marine-Infrastrukturen als strategisches Wachstumsfeld identifiziert. HD Hyundai konzentriert sich dabei unter anderem auf schwimmende Kraftwerke (Barge-mounted Power Plants, BMPP). Das Unternehmen erhielt kürzlich die grundsätzliche Genehmigung (Approval in Principle, AiP) vom American Bureau of Shipping für ein 100-MW-Modell, das mittels Motoren auf einem schwimmenden Rumpf Strom erzeugt.

Hanwha Ocean hat das Konzept der schwimmenden Infrastruktur auf Datenzentren ausgeweitet und ein 60-MW-Modell vorgestellt. Die Anlage nutzt das umliegende Meerwasser zur Kühlung und kombiniert dies mit eigener Stromerzeugung, um Betriebskosten effizient zu senken. Samsung Heavy Industries fokussiert sich unterdessen auf die technologische Weiterentwicklung im Bereich schwimmender Flüssigerdgas-Anlagen (FLNG) und hat hierfür bereits wichtige Design-Zertifizierungen erhalten.

Nächste Schritte und Marktentwicklung

Die Branche sieht in diesen Technologien eine bedeutende Chance, da die globale Nachfrage nach flexiblen Energie- und Power-Infrastrukturen kontinuierlich steigt. Durch die Nutzung bewährter Konstruktionstechniken für Schiffe und Offshore-Plattformen zielen die südkoreanischen Unternehmen darauf ab, ihre technologische Führung in diesem wachsenden Marktsegment auszubauen und maßgeschneiderte Lösungen für globale Anforderungen zu bieten.

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