Der Schienenfahrzeughersteller Stadler hat auf der Messe InnoTrans 2026 eine neue Serie von Wasserstoffzügen präsentiert, die speziell für den Einsatz in verschiedenen italienischen Regionen konzipiert wurden. Die 21 Fahrzeuge sind für den Nahverkehr in Sardinien, Kalabrien und Sizilien bestimmt. Mit dieser Initiative soll eine nachhaltige Alternative zu den bisher eingesetzten Dieselfahrzeugen geschaffen werden.
Innovative Antriebseinheit für anspruchsvolles Gelände
Technisch zeichnen sich die neuen Züge durch eine Kombination aus Wasserstoffbrennstoffzellen und moderner Batterietechnologie aus. Das duale System ermöglicht den Einsatz auf regionalen Strecken, die aufgrund ihrer Topographie – wie etwa in bergigem Terrain oder auf kurvenreichen Küstenlinien – für konventionelle Züge herausfordernd sind. Da das System keine Elektrifizierung der Schieneninfrastruktur erfordert, bietet es eine flexible Lösung für schwer zugängliche Strecken. Der Betrieb erfolgt nahezu emissionsfrei, wobei als einziges Nebenprodukt Wasserdampf entsteht.
Einsatzplanung und regionale Anpassung
Die Flotte gliedert sich in 10 Züge für Sardinien, 9 für Kalabrien und 2 für Sizilien. Trotz einer einheitlichen Basisplattform wurde das Design der Fahrzeuge an die spezifischen Bedingungen vor Ort angepasst. Dies umfasst unter anderem kompakte Wagenmaße für Sardiniens enge Kurvenradien sowie robuste Technik für die feuchten und teils stark schwankenden klimatischen Bedingungen in vulkanisch geprägten Gebieten Siziliens. Zudem verfügen alle Modelle über einen barrierefreien Einstieg.
Infrastruktur und langfristige Perspektive
Die ersten Fahrzeuge sollen ab dem Jahr 2028 den Betrieb aufnehmen, mit dem Ziel, die vollständige Flotte bis Anfang der 2030er Jahre in den regulären Einsatz zu bringen. Parallel zur Beschaffung der Züge erfolgt der Ausbau einer Wasserstoffinfrastruktur. Die Bundesregierung sowie regionale Partner investieren hierbei in den Aufbau von Tankstellen an strategischen Standorten. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit Energieunternehmen die Versorgungssicherheit sicherzustellen und die Nutzung von grünem Wasserstoff konsequent voranzutreiben, um die Klimaziele Italiens und der EU zu unterstützen.
