Das Unternehmen Voltix, eine Tochtergesellschaft von Vinci Concessions, hat in der zentralfranzösischen Stadt Vierzon eine neue Schnellladestation für elektrische Schwerlastkraftwagen in Betrieb genommen. Der Standort im Département Cher liegt strategisch günstig an einer Schnittstelle wichtiger Transportrouten zwischen Paris, Toulouse und Clermont-Ferrand. Die Anlage bietet aktuell vier Ladepunkte, die jeweils eine Ladeleistung von bis zu 1,5 Megawatt bereitstellen können.
Technologische Ausstattung und Betriebskonzept
Die Ladepunkte sind sowohl mit dem Combined Charging System (CCS) als auch mit dem Megawatt Charging System (MCS) ausgestattet. Diese Konfiguration ermöglicht es, eine breite Palette an elektrischen Lkw-Modellen verschiedener Hersteller wie Renault Trucks, Volvo Trucks, Daimler Truck, Scania und MAN zu versorgen. Nach Angaben von Voltix können die Fahrzeuge ihre Batterien in einer Zeitspanne von 30 bis 45 Minuten für die Weiterreise aufladen, was den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nach 4,5 Stunden Fahrzeit entspricht. Eine Erweiterung auf insgesamt acht Ladepunkte ist bereits vorgesehen.
Netzwerkausbau bis 2028 geplant
Das Projekt in Vierzon markiert den Startpunkt für ein umfangreicheres Vorhaben, bei dem bis zum Jahr 2028 insgesamt 50 öffentliche Ladestandorte für den Schwerlastverkehr in Europa entstehen sollen. Zur Finanzierung des Vorhabens haben Vinci Concessions, Épopée Gestion und ADEME Investissement im September Investitionen von nahezu 90 Millionen Euro angekündigt. Während der Fokus der ersten Entwicklungsphase auf Frankreich liegt, ist eine anschließende Expansion nach Deutschland und Spanien geplant. Das Vorhaben in Vierzon wird zudem über die Fazilität „Connecting Europe“ (CEF-AFIF) der Europäischen Union kofinanziert, die den Ausbau der Ladeinfrastruktur für den gewerblichen Verkehr entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) unterstützt.
Beitrag zur Emissionsminderung im Verkehr
Voltix ordnet den Aufbau der Ladeinfrastruktur in die Bemühungen ein, die Treibhausgasemissionen im französischen Straßengüterverkehr zu senken. Dieser Sektor macht derzeit 89 Prozent des inländischen Gütertransports auf dem Landweg aus und trägt mit 7,4 Prozent zu den nationalen Treibhausgasemissionen bei. Nicolas Notebaert, Generaldirektor für Konzessionen bei Vinci, betonte bei der Eröffnung, dass der Aufbau der Infrastruktur eine notwendige Bedingung für die erfolgreiche Umstellung auf elektrische Lkw im Fernverkehr sei.
