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Abwärmepotenziale für Wärmenetze: Warum unvermeidbare Abwärme jetzt zum Schlüssel der Wärmewende wird

  • vor 9 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Abwärme für Wärmenetze: Das unterschätzte Potenzial der Energiewende


Deutschland sucht nach klimafreundlichen Wärmequellen. Während häufig über Wärmepumpen, Geothermie oder Biomasse diskutiert wird, bleibt ein enormes Potenzial oft ungenutzt: unvermeidbare industrielle Abwärme.


Studien zeigen, dass die in Deutschland anfallende unvermeidbare Abwärme theoretisch rund 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs decken könnte. Statt diese Energie ungenutzt an die Umgebung abzugeben, kann sie in Nah- und Fernwärmenetze eingespeist werden – wirtschaftlich, klimafreundlich und ressourcenschonend.


Genau deshalb gewinnt die Nutzung von Abwärme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) sowie bei kommunalen Transformationsplänen zunehmend an Bedeutung.


Was ist unvermeidbare Abwärme?

Nicht jede Prozesswärme eignet sich automatisch für Wärmenetze.


Als unvermeidbare Abwärme gilt Wärme, die selbst bei wirtschaftlich sinnvollen Optimierungen eines Produktionsprozesses nicht verhindert werden kann. Typische Beispiele finden sich in:

  • Lebensmittelindustrie

  • Chemieindustrie

  • Metallverarbeitung

  • Rechenzentren

  • Papierindustrie

  • Abwasseranlagen

  • Müllverbrennungsanlagen


Der erste Schritt jeder seriösen Planung besteht daher darin, diese Potenziale systematisch zu identifizieren und technisch wie wirtschaftlich zu bewerten.


Hier setzen BEW-Machbarkeitsstudien und Transformationspläne für Wärmenetze an.


BEW-Machbarkeitsstudien: Das Fundament einer wirtschaftlichen Wärmewende


Bevor eine Abwärmequelle in ein Wärmenetz integriert wird, müssen zahlreiche Fragen beantwortet werden:

  • Welche Wärmemengen stehen tatsächlich dauerhaft zur Verfügung?

  • Auf welchem Temperaturniveau fällt die Wärme an?

  • Wie konstant ist die Wärmeproduktion?

  • Welche Investitionen sind notwendig?

  • Welche CO₂-Einsparungen sind möglich?

  • Ist die Wärme wirtschaftlich nutzbar?


Genau diese Fragestellungen werden im Rahmen einer BEW-Machbarkeitsstudie untersucht.

Für Kommunen, Stadtwerke und Industrieunternehmen bilden diese Studien die Grundlage für spätere Investitionsentscheidungen und Förderanträge.

 


Eine gute Planung denkt immer auch den Ausfall der Abwärmequelle mit

Ein Aspekt wird in der öffentlichen Diskussion häufig unterschätzt:


Eine Abwärmequelle darf niemals der einzige Pfeiler eines Wärmenetzes sein.

Viele industrielle Prozesse unterliegen Wartungen, Produktionspausen oder Veränderungen. Wird beispielsweise eine Produktionslinie stillgelegt oder ein Betrieb fährt seine Leistung herunter, sinkt gleichzeitig die verfügbare Abwärme.


Eine professionelle Wärmeplanung berücksichtigt deshalb bereits von Beginn an einen

Plan B.


Dazu gehören beispielsweise:

  • zusätzliche Wärmeerzeuger

  • Wärmepumpen

  • Batteriespeicher für elektrische Komponenten

  • Wärmespeicher

  • Biomasse- oder Spitzenlastkessel

  • weitere erneuerbare Energiequellen


Versorgungssicherheit entsteht nicht durch eine einzelne Technologie, sondern durch intelligent kombinierte Energiesysteme.


Gerade bei Transformationsplänen ist diese Redundanz ein wesentlicher Bestandteil einer langfristig sicheren Wärmeversorgung.


Abwärme intelligent mit Photovoltaik kombinieren

Viele Unternehmen betrachten Abwärmenutzung und Photovoltaik noch getrennt voneinander.


Dabei entstehen gerade in der Kombination erhebliche Synergien.


Photovoltaikanlagen können beispielsweise den Strom für:

  • Großwärmepumpen,

  • elektrische Heizsysteme,

  • Speichertechnik,

  • Pumpen,

  • oder intelligente Energiemanagementsysteme

bereitstellen.


Dadurch sinken Betriebskosten, Eigenverbrauch und CO₂-Emissionen gleichzeitig.


Besonders interessant ist dieser Ansatz für energieintensive Industriebetriebe, Kläranlagen, Wasserwerke oder kommunale Infrastrukturen, bei denen bereits heute große Dachflächen, Freiflächen oder Wasserflächen für Photovoltaik genutzt werden können.


Ganzheitliche Energieplanung statt Einzelmaßnahmen

Die Wärmewende wird nicht durch einzelne Technologien entschieden.

Erfolgreiche Projekte kombinieren verschiedene Bausteine miteinander:

  • industrielle Abwärme

  • Photovoltaik

  • Batteriespeicher

  • Wärmespeicher

  • intelligente Steuerung

  • flexible Spitzenlastsysteme


So entstehen robuste Versorgungskonzepte, die sowohl wirtschaftlich als auch langfristig resilient sind.


Gerade im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung und von BEW-Projekten gewinnt dieser ganzheitliche Ansatz zunehmend an Bedeutung.


Fazit: Abwärme ist zu wertvoll, um sie ungenutzt zu lassen


Die Nutzung unvermeidbarer Abwärme gehört zu den größten bislang unerschlossenen Potenzialen der deutschen Wärmewende.


Damit aus diesem Potenzial jedoch eine dauerhaft sichere Wärmeversorgung entsteht, braucht es mehr als nur die Identifikation geeigneter Wärmequellen.


Entscheidend sind fundierte Machbarkeitsstudien, belastbare Transformationspläne und Versorgungskonzepte, die mögliche Ausfälle einzelner Wärmequellen bereits von Anfang an berücksichtigen.


Bei SINN Power betrachten wir Energieversorgung ganzheitlich. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir Lösungen, bei denen Photovoltaik, Speichertechnologien und weitere erneuerbare Energien intelligent miteinander kombiniert werden – für wirtschaftliche, resiliente und zukunftssichere Energiesysteme.


Sie planen eine BEW-Machbarkeitsstudie, entwickeln ein Wärmenetz oder möchten industrielle Abwärme mit erneuerbaren Energien kombinieren?


Sprechen Sie mit uns. Gemeinsam entwickeln wir individuelle Energiekonzepte, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit optimal miteinander verbinden.

 
 
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