AGL Energy bestätigt Zeitplan für Kohleausstieg und fordert mehr Investitionssicherheit
AGL Energy hält am Kohleausstieg fest, fordert aber mehr Investitionssicherheit und klare regulatorische Bedingungen für den Ausbau der Windkraft.

Der australische Energiekonzern AGL Energy bekräftigt seine Strategie, den Kohleausstieg wie geplant fortzusetzen. Trotz Kritik an der Geschwindigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien hält das Unternehmen an den bereits kommunizierten Stilllegungsterminen fest: Das Kraftwerk Bayswater soll 2033 und Loy Yang A 2035 vom Netz gehen. Der Konzern, der bereits 2023 das Kohlekraftwerk Liddell stilllegte, sieht in dieser Planbarkeit einen essenziellen Beitrag zur Marktsicherheit.
Forderung nach regulatorischer Verlässlichkeit
AGL-CEO Damian Nicks unterstreicht, dass die Transformation des Energieportfolios zwar voranschreite, der Ausbau neuer Kapazitäten jedoch unter schwierigen Bedingungen leide. Derzeit verfüge AGL über ein flexibles Anlagenportfolio von 8,7 Gigawatt, bestehend aus Batterien, Wasserkraft und Kohleblöcken. Um die Lücke durch den Wegfall der Kohle zu schließen, seien jedoch deutlich mehr Windkraftprojekte erforderlich. Nicks mahnt an, dass politische Ziele und regulatorische Rahmenbedingungen langfristig verlässlich sein müssten, um Investitionen über Zeiträume von 20 bis 25 Jahren abzusichern.
Kritik an Förderprogrammen und Projektumsetzung
Ein wesentlicher Kritikpunkt des Unternehmens betrifft die Umsetzung staatlicher Kapazitätsmechanismen, wie das Capacity Investment Scheme (CIS). AGL fordert hier eine konsequentere Anwendung des Prinzips „Nutzen oder Verlieren“, um zu verhindern, dass gewonnene Ausschreibungen nicht in reale Bauvorhaben münden. AGL selbst ist bei neuen Windkraftprojekten derzeit zurückhaltend und konzentriert sich auf die Sicherung notwendiger Genehmigungen, etwa für den geplanten 600-Megawatt-Windpark Hexham in Victoria.
Ausblick auf den Ausbau der Pipeline
Das Unternehmen verfolgt weiterhin das Ziel, bis 2030 rund 6 Gigawatt an neuen erneuerbaren und regelbaren Kapazitäten aufzubauen. Zur Umsetzung dieser Strategie sind derzeit verschiedene Batterie- und Windprojekte in der Pipeline, darunter die 500-Megawatt-Batterie Tomago sowie der 1,25 Gigawatt umfassende Pottinger Energy Park. Dennoch bleibt die Marktlage herausfordernd, da der Ausbau von Windkraftanlagen hinter den Erfordernissen der Energiewende zurückbleibt.