Baden-Württemberg erzielt Windkraft-Rekord bei gleichzeitigem politischem Streit um Ausbaupfad
Baden-Württemberg erzielt Windkraft-Rekord im ersten Halbjahr 2026. Grüne kritisieren mögliche EEG-Änderungen als Gefahr für die Planungssicherheit.

Baden-Württemberg hat in der ersten Hälfte des Jahres 2026 beachtliche Erfolge beim Ausbau der Windenergie erzielt. Wie aus einem Schreiben von Umweltministerin Thekla Walker hervorgeht, gingen in diesem Zeitraum 33 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 169 Megawatt in Betrieb. Dieser Wert markiert einen Rekord, der die Ergebnisse aus den Jahren 2016 und 2017 übertrifft. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 wurden 40 Anlagen in Betrieb genommen.
Kritik an drohenden regulatorischen Hürden
Trotz dieser positiven Dynamik gibt es Sorgen um die zukünftige Entwicklung. Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im baden-württembergischen Landtag, äußerte scharfe Kritik an der Bundesregierung. Er warnte davor, dass eine geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Planungssicherheit für Betreiber gefährden könnte. Im Zentrum der Bedenken steht der mögliche Wegfall von Ausgleichszahlungen, was laut Schwarz den Ausbau erheblich bremsen könnte. Die Landesregierung sieht den aktuellen Ausbaupfad zwar als stabil an, ist jedoch auf eine zügige Umsetzung der geplanten Projekte angewiesen, um die Klimaziele des Landes zu erreichen.
Status der Projektplanung und Ausbauziele
Für den langfristigen Erfolg der Energiewende im Südwesten sind deutliche Kapazitätssteigerungen erforderlich. Mit Stand vom 1. Juli 2026 befinden sich laut der Landesanstalt für Umwelt insgesamt 1.771 Windenergieanlagen in unterschiedlichen Phasen der Projektentwicklung, wobei ein Großteil noch laufende Genehmigungsverfahren durchläuft. Experten betonen, dass das Land bis 2030 etwa 1.400 zusätzliche Anlagen benötigt, um den angestrebten Klimaschutzpfad einzuhalten. Während die Windenergie positive Wachstumsraten verzeichnet, verlief der Ausbau der Photovoltaik im ersten Halbjahr mit 851 Megawatt-Peak vergleichsweise moderat und lag unter den Werten der Vorjahre.