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Bangladesch reagiert auf Energiekrise mit verstärkten Diesel-Importen

Bangladesch leidet unter massiver Energiekrise. Wegen Gas- und LNG-Engpässen bittet das Land Indien um zusätzliche Diesel-Lieferungen.

Naijaonpoint

Bangladesch steckt derzeit in einer akuten Energiekrise, die den Alltag, die Industrie und die Landwirtschaft des Landes massiv beeinträchtigt. Durch einen erheblichen Mangel an Erdgas und LNG für die Stromerzeugung ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage so weit gewachsen, dass es in weiten Teilen des Landes zu täglichen Stromabschaltungen von bis zu zehn Stunden kommt.

Fossile Brennstoffe als kritischer Faktor

Die Abhängigkeit von Energieimporten erweist sich als zentrales Problem für das Land. Bangladesch bezieht rund 90 Prozent seines Erdöls und etwa 30 Prozent seines Erdgases aus dem Ausland. Die aktuelle Situation verschärfte sich durch technische Störungen an einem LNG-Terminal, das nach einem Brand im Vormonat nur eingeschränkt betriebsbereit ist, sowie durch erschwerte Anlieferungen aufgrund von Unwettern. Da der tägliche Bedarf von über einer Milliarde Kubikfuß Erdgas derzeit nicht gedeckt werden kann, ist die Stromproduktion stark gedrosselt.

Regierung ordnet Energiesparmaßnahmen an

Angesichts der anhaltenden Knappheit hat die Regierung weitreichende Sparmaßnahmen eingeführt. Um den Stromverbrauch in den Abendstunden zu senken, müssen Geschäfte, Märkte und Einkaufszentren künftig spätestens um 20 Uhr schließen. Auch für kulturelle Veranstaltungen und Messen gilt diese Begrenzung. Zudem wurde die Nutzung dekorativer Beleuchtung sowie die Inbetriebnahme beleuchteter Werbetafeln ab 19 Uhr untersagt. Krankenhäuser und Apotheken sind von diesen Regelungen ausgenommen.

Stärkere Kooperation bei Diesel-Importen

Um die Stromversorgung kurzfristig zu stabilisieren, hat sich die Regierung an das Nachbarland Indien gewandt. Energieminister Iqbal Hassan Mahmood bestätigte, dass zusätzliche Diesel-Mengen über die bestehende Indien-Bangladesch-Freundschaftspipeline angefragt wurden. Diese Pipeline ist ein zentraler Bestandteil der bilateralen Energieinfrastruktur, über die Indien vertraglich jährlich 180.000 Tonnen Diesel liefert. Trotz diplomatischer Spannungen setzen beide Seiten auf die Aufrechterhaltung der Treibstofflieferungen, um den wirtschaftlichen Schaden durch den Ausfall von Industrie und Landwirtschaft zu begrenzen.

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