Bangladesch startet erstes netzgekoppeltes Agri-PV-Pilotprojekt
Bangladesch nimmt in Chuadanga sein erstes netzgekoppeltes Agri-PV-Pilotprojekt in Betrieb, um erneuerbare Energien mit landwirtschaftlicher Nutzung zu verbinden.

Bangladesch hat einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energiegewinnung unternommen und sein erstes netzgekoppeltes Agri-PV-Pilotprojekt in Chuadanga offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage, die eine Leistung von 49,6 kWp umfasst, dient als Modell für eine effiziente Flächennutzung, bei der die Erzeugung von Solarstrom mit dem Anbau von Nutzpflanzen wie Reis und grünem Chili kombiniert wird.
Unterstützung durch internationale Partner
Das Projekt wurde im Rahmen der Initiative Green Energy Transition – Policy Advisory Partnership (GET-PAP) realisiert. Es wird gemeinsam von der Europäischen Union und dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und durch die GIZ in enger Zusammenarbeit mit der bangladeschischen Power Division umgesetzt. Technische Expertise stellt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bereit, das seit über drei Jahrzehnten Erfahrung in diesem Bereich besitzt.
Datenbasierte Politikgestaltung und Kapazitätsaufbau
Das primäre Ziel des Vorhabens ist die Gewinnung wissenschaftlicher Daten über Ernteerträge und betriebliche Abläufe unter Photovoltaik-Modulen. Diese Erkenntnisse sollen in nationale politische Rahmenbedingungen einfließen, um das Ziel, bis 2030 rund 20 Prozent des Stroms aus sauberen Energiequellen zu gewinnen, ohne die Ernährungssicherheit zu gefährden, zu erreichen. Bereits vor der Einweihung wurden lokale Landwirte, Forscher sowie Vertreter von Ingenieursunternehmen in Bereichen wie schattenverträgliche Landwirtschaft, Systemwartung und digitaler Datenerfassung geschult.
Integration in breitere Nachhaltigkeitsziele
Das Agri-PV-Pilotprojekt ist Teil der Team Europe Initiative in Bangladesch, die ein Volumen von über 3,7 Milliarden Euro umfasst. Bereits im November 2025 wurde eine nationale Arbeitsgruppe für Agri-PV und schwimmende Solaranlagen gegründet, um die Nutzung begrenzter Landressourcen für erneuerbare Energien weiter voranzutreiben. Damit setzt das Land ein Zeichen für eine klimafreundliche wirtschaftliche Transformation.