Die BASF SE hat in Kooperation mit der Mercedes-Benz AG sowie den Tier-1-Zulieferern ZF Friedrichshafen AG und Pöppelmann Kunststoff-Technik GmbH & Co. KG zwei komplementäre Recyclingrouten für technische Kunststoffe entwickelt und pilotiert. Im Fokus steht dabei die Rückgewinnung von Polyamid 6 (PA6) aus endverbrauchten Fahrzeugen. Die beiden untersuchten Methoden – Depolymerisation und lösungsmittelbasiertes Recycling – markieren einen Fortschritt für die Implementierung einer echten Kreislaufwirtschaft in der Automobilbranche.
Technologische Ansätze für geschlossene Stoffkreisläufe
Das Ziel der Unternehmen ist die Etablierung eines sogenannten "Auto-zu-Auto-Kreislaufs". Dabei sollen Kunststoffe aus Altfahrzeugen so aufbereitet werden, dass sie in der Produktion neuer Bauteile wiederverwendet werden können. Die Depolymerisation zerlegt das PA6-Material zurück in seine chemischen Grundbausteine, während das lösungsmittelbasierte Verfahren den Kunststoff auflöst und reinigt. Beide Verfahren sind darauf ausgelegt, die Qualität des Materials für anspruchsvolle technische Anwendungen im Automobilbau zu erhalten.
Nachhaltigkeitsvorteile gegenüber klassischen Verfahren
Unabhängige Lebenszyklusanalysen belegen den ökologischen Vorteil dieser Ansätze. Die untersuchten Technologien erzielen im Vergleich zur konventionellen PA6-Produktion auf Basis fossiler Rohstoffe sowie gegenüber der traditionellen thermischen Verwertung, bei der Kunststoffe zur Energiegewinnung verbrannt werden, erhebliche CO2-Einsparungen. Diese Entwicklung unterstützt die Bemühungen der Automobilindustrie, den ökologischen Fußabdruck von Neufahrzeugen durch eine verbesserte Ressourceneffizienz zu senken.
