Berliner Wärmewende: Bürgerinitiativen als Schlüssel für Quartierswärmenetze
Bürgerinitiativen treiben Berliner Wärmewende voran. Quartierswärmenetze sind für ein Fünftel der Stadtfläche geplant, brauchen aber mehr Anschubfinanzierung.

Im Zuge der Berliner Wärmewende kommt Quartierswärmenetzen eine zentrale Rolle zu. Laut aktuellem Wärmeplan eignet sich rund ein Fünftel der beheizten Stadtfläche für solche lokalen Versorgungssysteme, in denen Abwärme, Geothermie oder Solarthermie fossile Heizsysteme ersetzen könnten. Für viele dieser Gebiete, die etwa 18 Prozent der beheizten Fläche ausmachen, sind bürgerschaftliche Initiativen wichtige Akteure bei der Entwicklung zukunftsfähiger Wärmeversorgungslösungen.
Welche Hürden müssen Initiativen bewältigen?
Obwohl das Potenzial für lokale Wärmenetze in der Hauptstadt groß ist, sehen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger mit erheblichen Hindernissen konfrontiert. Ein zentraler Punkt ist die Finanzierung notwendiger Machbarkeitsstudien und Gutachten, die der ersten Projektentwicklung vorausgehen müssen. Da entsprechende Fördermittel, wie das ehemals genutzte KfW-Programm 432, aktuell nicht verfügbar sind, suchen viele Initiativen händeringend nach Alternativen. Zudem ist die fachliche Unterstützung durch die Bezirksämter, die bei der Planung und Umsetzung essenziell wäre, aufgrund personeller Engpässe in den Verwaltungen derzeit nur eingeschränkt möglich.
Wie unterstützt die Politik die Quartierswärme?
Das Land Berlin hat mit der Etablierung einer neuen Wärmewendeagentur bereits auf den Bedarf reagiert und eine zentrale Anlaufstelle für Interessierte geschaffen. Experten des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) betonen, dass es nun entscheidend darauf ankommt, die im Wärmeplan verankerten Maßnahmen zur Unterstützung von Nahwärmeprojekten konsequent umzusetzen. Neben dem rein technischen Fokus des Netzausbaus soll das Projekt „WärmSchöN“ zudem Wege aufzeigen, wie insbesondere in Mietquartieren sozialverträgliche und gemeinschaftlich getragene Wärmelösungen entstehen können. Weitere Vernetzungstreffen für Engagierte werden regelmäßig durch den Aktionskreis Energie organisiert, um den Wissenstransfer zwischen den Quartieren zu fördern.
Weitere Informationen zum Projektstatus oder zu spezifischen Fördermöglichkeiten über die erste Anlaufstelle hinaus gehen aus den derzeit vorliegenden Quellen nicht hervor. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die angekündigten Unterstützungsstrukturen ihre volle Wirkung entfalten können.
Quelle: https://www.ioew.de/news/article/nahwaerme-buergerinitiativen-sind-wichtig-fuer-die-berliner-waermewende