Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit der Installation der Forschungs-Windenergieanlage OPUS 3 einen wichtigen Meilenstein für die technologische Entwicklung in der Windenergiebranche erreicht. Die Anlage wurde im Windenergie-Forschungspark WiValdi in Krummendeich, Niedersachsen, errichtet und bietet durch ihre modulare Bauweise eine neuartige Plattform für wissenschaftliche Untersuchungen.
Forschung unter realen Bedingungen
Das Besondere an OPUS 3 ist die hohe Flexibilität bei der Erprobung neuer Komponenten. Die Anlage ist so konzipiert, dass wesentliche Bauteile wie Rotorblätter, Getriebekomponenten und Steuerungssysteme im laufenden Betrieb modifiziert oder ausgetauscht werden können. Dies ermöglicht es den Forschenden, neue Technologien und Algorithmen direkt in einem realen Betriebsumfeld zu testen, bevor sie in großformatige industrielle Anlagen überführt werden. Die Inbetriebnahme und die Vorbereitungen für den Forschungsbetrieb laufen bereits, wobei der reguläre Versuchsbetrieb für Anfang 2027 erwartet wird.
Technische Spezifikationen und Montage
Mit einer Nennleistung von 500 kW stellt OPUS 3 eine für Forschungszwecke optimierte Anlage dar. Sie verfügt über eine Nabenhöhe von rund 50 Metern und einen Rotordurchmesser von gleicher Größe. Jedes der drei Rotorblätter wiegt etwa 2,5 Tonnen. Die Anlage selbst besteht aus einem etwa 80 Tonnen schweren Turm und einer 30 Tonnen schweren Gondel, die das Herzstück mit Getriebe und Generator beherbergt.
Erkenntnisgewinn durch Modulbauweise
Bereits während der Montage konnten wissenschaftliche Daten gewonnen werden. Durch Messungen am Turmverhalten vor der Installation der schweren Gondel gewannen die Ingenieure wertvolle Erkenntnisse über Schwingungseigenschaften. Solche Daten sind essenziell, um zukünftige Windenergieanlagen – die stetig an Größe zunehmen – besser simulieren und konstruieren zu können. OPUS 3 ergänzt damit die bestehenden Forschungsanlagen OPUS 1 und OPUS 2, die bereits seit 2023 im WiValdi-Park mit zahlreichen Sensoren Daten zu Lasten, Luftströmungen und gegenseitiger Beeinflussung der Anlagen sammeln.
