EEG 2027: Neue Rahmenbedingungen für Agri-Photovoltaik und Freiflächenanlagen
Das EEG 2027 bringt Änderungen für Agri-PV und Freiflächen: Neue Förderungen, Contracts for Difference und Biodiversitätsvorgaben für die Landwirtschaft.

Das kommende EEG 2027 setzt neue Schwerpunkte für den Ausbau der Photovoltaik, die insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe und Flächeneigentümer von hoher Relevanz sind. Der Gesetzgeber zielt mit den geplanten Rahmenbedingungen auf eine stärkere Marktorientierung sowie eine verbesserte Netzdienlichkeit und ökologische Verträglichkeit der Anlagen ab. Dabei rückt das Konzept der Agri-Photovoltaik (Agri-PV) als Instrument zur Doppelnutzung von Flächen verstärkt in den Fokus.
Einführung von Contracts for Difference
Eine zentrale Neuerung stellt die Umstellung auf sogenannte Contracts for Difference (CfD) dar, die das bisherige EEG-Fördersystem schrittweise ablösen oder ergänzen sollen. Anlagenbetreiber erhalten durch dieses Modell eine stabilere Planungsgrundlage, da ein finanzieller Ausgleich erfolgt, sobald der Strommarktpreis unter einen definierten Referenzwert fällt. Im Gegenzug müssen Betreiber bei überdurchschnittlichen Marktgewinnen Teile dieser Erlöse zurückgeben. Damit wird die Wirtschaftlichkeit von Projekten einerseits besser kalkulierbar, andererseits unterliegt sie einer strikteren regulatorischen Kontrolle.
Fokus auf Naturschutz und Biodiversität
Neben den ökonomischen Anpassungen gewinnen ökologische Kriterien bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen an Gewicht. Um die Akzeptanz zu fördern, sind künftig verstärkt Biodiversitätsanforderungen zu erfüllen. Dies umfasst Maßnahmen wie eine extensive Bewirtschaftung unterhalb der Solarmodule, die Schaffung von Blühstreifen sowie die gezielte Förderung von Lebensräumen für Insekten und Kleintiere. Landwirte sind hier aufgrund ihrer Erfahrung im nachhaltigen Flächenmanagement besonders prädestiniert, diese ökologischen Ziele erfolgreich in ihre Betriebskonzepte zu integrieren.
Förderung für Agri-Photovoltaik
Für Agri-PV-Anlagen sieht der aktuelle Entwurf einen Bonus in Höhe von 0,5 Cent pro Kilowattstunde vor. Diese Regelung erkennt die höheren Investitions- und Betriebskosten an, die mit der kombinierten Nutzung von Ackerflächen für die Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung einhergehen. Dennoch bleibt die Marktreaktion abzuwarten, da mit dem Solarpaket 2024 bereits ein höherer Bonus in Aussicht gestellt, aber bislang nicht umgesetzt wurde. Die Branche bewertet den neuen Impuls daher teils kritisch im Hinblick auf seine tatsächliche Anreizwirkung für den weiteren Ausbau.
Bedeutung für die landwirtschaftliche Zukunft
Die geplanten Änderungen markieren eine strategische Neuausrichtung hin zu mehr Qualität und Innovation bei Solarparks. Agri-PV bietet für die Landwirtschaft die Chance, ökonomische Erträge mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu verknüpfen. Projektierer und Landwirte sind dazu angehalten, die finalen regulatorischen Details des EEG 2027 aufmerksam zu verfolgen, um die Chancen der neuen Bonusstrukturen und Nutzungsanforderungen frühzeitig für ihren Betrieb bewerten zu können.