Energieausbau 2026: Photovoltaik auf Kurs, Windkraft benötigt mehr Tempo
Aktuelle Daten zum Energieausbau 2026: Photovoltaik erreicht Ziele, Windkraft hinkt hinterher. Erneuerbare decken 57 Prozent des Strombedarfs.

Im Jahr 2026 schreitet der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland massiv voran, weist jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen den einzelnen Technologien auf. Während die Solarenergie als zentraler Wachstumstreiber die angestrebten Zwischenziele erreicht, bleibt der Ausbau der Windkraft an Land hinter den Erwartungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurück. Insgesamt stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch im ersten Halbjahr 2026 auf rund 57 Prozent, verglichen mit 55,1 Prozent im Gesamtjahr 2025.
Photovoltaik-Zubau erreicht Zwischenziele
Besonders dynamisch entwickelt sich die Photovoltaik, die Ende 2025 eine installierte Gesamtleistung von knapp 120 Gigawatt (GW) erreichte. Im ersten Halbjahr 2026 kamen weitere 8 GW hinzu, womit das Zwischenziel von 128 GW für Ende 2026 als erreichbar gilt. Um das langfristige Ziel von 215 GW bis zum Jahr 2030 zu verwirklichen, ist jedoch ein kontinuierlicher weiterer Zubau von etwa 20 GW pro Jahr erforderlich.
Windkraft an Land verfehlt Zwischenziel
Die Windenergie bleibt zwar die wichtigste erneuerbare Stromquelle, doch der Ausbau an Land stagniert im Vergleich zu den ambitionierten Zielen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden lediglich etwa 2 GW neue Leistung installiert, was das EEG-Ziel von 84 GW für Ende 2026 voraussichtlich deutlich unterschreitet. Dennoch sieht das Umweltbundesamt (UBA) durch eine steigende Zahl an Genehmigungen einen positiven Frühindikator für eine potenzielle Beschleunigung des Ausbaus in den kommenden Jahren. Die Offshore-Windkraft hingegen zeigt eine dynamische Entwicklung, mit einem Zubau von 867 Megawatt im ersten Halbjahr 2026.
Systemintegration als Herausforderung der Zukunft
Mit dem wachsenden Anteil an wetterabhängigen Energieträgern wie Wind und Sonne gewinnt die Systemintegration zunehmend an Bedeutung. Das Stromnetz erfordert eine kontinuierliche Anpassung und Erweiterung, um die geografisch ungleich verteilten Erzeugungskapazitäten effizient an die Verbrauchszentren anzubinden. Parallel dazu wächst der Bedarf an Speichermöglichkeiten, wie Batteriespeichern, und flexiblen Lasten, die durch die zunehmende Elektrifizierung von Wärmeversorgung durch Wärmepumpen und den Verkehrssektor durch Elektromobilität weiter beeinflusst werden.