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Erfolgreiche Inbetriebnahme einer Floating-PV-Anlage auf einem aktiven Steinbruchsee in Cheshire

Ein 400-kW-Floating-PV-System nutzt einen aktiven Steinbruchsee in Cheshire für die eigene Stromversorgung und zeigt Potenzial für industrielle Flächen.
Erfolgreiche Inbetriebnahme einer Floating-PV-Anlage auf einem aktiven Steinbruchsee in Cheshire

Im Mai 2026 nahm ein 400 Kilowatt (kW) starkes schwimmendes Photovoltaiksystem auf dem North Arclid Lake in Cheshire den Betrieb auf. Die Installation umfasst 650 Solarmodule, die auf einer Fläche schwimmen, die in ihren Dimensionen zwei olympischen Schwimmbecken entspricht. Das Projekt ist ein Beispiel für die energetische Nutzung von industriellen Stilllegungs- und Restgewässern, die durch langjährigen Sandabbau entstanden sind.

Technologische Anforderungen am Industriestandort

Im Vergleich zu konventionellen Reservoirs stellt ein aktiver Steinbruchsee besondere Anforderungen an die Anlagentechnik. Der Boden des Sees ist uneben und weist lose Sedimente auf, was eine präzise Auslegung der Verankerungssysteme erforderlich macht. Zudem müssen die Module aufgrund des nahegelegenen Sandabbaus regelmäßig von feinem Silikastaub gereinigt werden, da dieser die Lichtdurchlässigkeit und damit die Effizienz beeinträchtigen kann. Die schwimmende Plattform ist zudem so konstruiert, dass sie saisonale Schwankungen des Grundwasserspiegels und durch den Abbau bedingte Veränderungen der Topografie ausgleichen kann. Auch die durch die steilen Uferwände bedingten Windverhältnisse wurden bei der Planung und Ausrichtung der Module berücksichtigt.

Synergie zwischen Energieerzeugung und Industriebetrieb

Die Anlage versorgt direkt die Maschinen des Steinbruchs, einschließlich der Anlagen zur Sandwäsche, Siebung und Trocknung. Durch die Eigennutzung des Stroms kann der Betrieb seine Spitzenlastkosten senken und die Abhängigkeit vom Stromnetz reduzieren. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Landnutzung: Da die Solarmodule auf der Wasserfläche installiert sind, bleibt das umliegende Gelände für die aktiven Abbauarbeiten vollständig erhalten. Zudem profitieren die Module von der natürlichen Kühlung durch das Wasser, was den Wirkungsgrad stabil hält, da die Wassertemperatur in dem grundwassergespeisten See nur geringfügigen Schwankungen unterliegt.

Potenzial für weitere industrielle Flächen

Das Projekt wurde innerhalb eines sechsmonatigen Zeitraums realisiert, der von der Machbarkeitsstudie über die Genehmigungsplanung bis hin zur Installation reichte. Die gewonnenen Erkenntnisse zur Verankerung und zum Betrieb auf unkonventionellen Wasserflächen dienen laut dem installierenden Unternehmen als modulares Modell für weitere Standorte. Allein in Großbritannien existieren tausende ehemalige Steinbrüche und Kiesgruben, die sich für ähnliche Nutzungen eignen könnten. Mit Blick auf die britischen Klimaziele für 2035 wird die Nutzung solcher industriellen Wasserflächen als eine wichtige Strategie betrachtet, um zusätzliche Kapazitäten für erneuerbare Energien zu erschließen, ohne dabei Flächenkonflikte an Land zu verschärfen.

Quelle: Energies Media

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