EVN plant massive Investitionen in Energie- und Wasserinfrastruktur bis 2030
Die EVN investiert bis 2030 jährlich rund eine Milliarde Euro in den Ausbau von Stromnetzen und Wasserinfrastruktur in Niederösterreich.

Das niederösterreichische Energieunternehmen EVN hat eine umfassende Investitionsoffensive gestartet, um die Energie- und Wasserinfrastruktur zukunftsfähig aufzustellen. Bis zum Jahr 2030 plant der Versorger, jährlich rund eine Milliarde Euro in seine Anlagen und Netze zu investieren. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf die veränderten Anforderungen durch die Energiewende und den steigenden Bedarf an einer resilienten Versorgung.
Fokus auf Modernisierung der Stromnetze
Ein zentraler Bestandteil des Investitionsprogramms ist der Ausbau des Stromnetzes durch die Tochtergesellschaft Netz NÖ. Für Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen sind jährlich rund 520 Millionen Euro vorgesehen. Der Grund für die hohen Aufwendungen liegt in der zunehmenden dezentralen Einspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen sowie in neuen Lasten durch den verstärkten Einsatz von Elektromobilität, Wärmepumpen und industriellen Anwendungen. Um die Stabilität und Effizienz zu gewährleisten, setzt der Betreiber neben klassischen Leitungsprojekten auch gezielt auf digitale Technik und intelligente Lösungen, um bestehende Kapazitäten optimal auszuschöpfen.
Trinkwasserversorgung langfristig gesichert
Neben dem Energiesektor investiert die EVN massiv in die Wasserversorgung. Eine Ausbaustudie reicht hierbei bis ins Jahr 2055 und sieht ein Investitionsvolumen von rund 400 Millionen Euro vor. In diesem Rahmen sind circa 150 Einzelprojekte geplant, darunter der Bau neuer Brunnenfelder, Naturfilteranlagen sowie die Verlegung von etwa 280 Kilometern an neuen Transportleitungen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Trinkwasserversorgung angesichts wachsender Kundenzahlen und klimatischer Veränderungen langfristig resilient zu gestalten.
Strategische Bedeutung der Infrastruktur
Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz betont den integrierten Infrastrukturansatz des Unternehmens. Die parallele Planung von Energie- und Wasserversorgung soll Synergien nutzen und die Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung sowie eine verlässliche Infrastruktur bilden. Für die Elektro- und Energietechnikbranche bedeutet die Ankündigung einen anhaltend hohen Bedarf an Planung, Anlagenbau und digitaler Netztechnik, um die Transformation des Energiesystems erfolgreich voranzutreiben.