Die Bemühungen der USA, sich von der Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen gegenüber China zu lösen, könnten durch Spannungen im Verhältnis zu Kanada gefährdet werden. Edward Fishman, ein ehemaliger US-Sanktionsbeamter und heutiger Leiter am Council on Foreign Relations, äußerte diese Einschätzung auf dem Mining Forum Americas in Colorado Springs. Er betonte, dass Washington zwar über das nötige Kapital und den politischen Willen verfüge, um in Lieferketten zu investieren, jedoch der Zugang zu kanadischem Bergbau-Know-how für den Erfolg dieser Strategie entscheidend sei.
Geopolitische Bedeutung von Rohstoffen
Laut Fishman hat sich der Bergbau mittlerweile zu einem zentralen Schauplatz geopolitischer Rivalitäten entwickelt, ähnlich wie zuvor Finanz- und Technologiesektoren. China hält insbesondere bei der Verarbeitung von Seltenen Erden, die für die Herstellung von Magneten essenziell sind, eine marktbeherrschende Stellung. Daten der Internationalen Energieagentur zufolge entfielen 2024 etwa 91 Prozent der globalen Produktion raffinierter Seltener Erden auf China. Exportbeschränkungen aus Peking haben in der Vergangenheit bereits Lieferengpässe bei Autoherstellern ausgelöst.
Investitionsklima für Bergbauunternehmen
Die geopolitische Unsicherheit beeinflusst die Planungssicherheit für Unternehmen. Während einige Firmen, wie der kanadische Konzern Centerra Gold, gezielt in nordamerikanische Projekte investieren – etwa die Reaktivierung der Molybdänmine Thompson Creek in Idaho –, führen Handelskonflikte zu erheblicher Unklarheit. Bergbauunternehmen müssten nun in einem Umfeld agieren, in dem wirtschaftlicher Zwang zunehmend als Instrument der Außenpolitik eingesetzt wird. Branchenvertreter fordern daher von der Politik klarere Zielvorgaben für eine sichere Mineralversorgung, um Investitionen in langfristige Infrastrukturprojekte abzusichern.
Zukunftsaussichten der US-kanadischen Allianz
Trotz der aktuellen politischen Reibungspunkte sieht Fishman die Beziehung als potenziell belastbar an. Da die USA zwingend auf verlässliche Partner angewiesen sind, um ihre Rohstoffversorgung zu diversifizieren, könnte der Bedarf an kanadischen Ressourcen als Katalysator für eine diplomatische Annäherung dienen. Eine stärkere Kooperation zwischen den beiden Nationen gilt als Voraussetzung, um die Abhängigkeit von außereuropäischen und außeramerikanischen Akteuren wie China nachhaltig zu verringern.
