Flüssiggas-Verband kritisiert Auktionsverfahren im nationalen Emissionshandel
Der DVFG warnt vor Wettbewerbsverzerrungen im nationalen Emissionshandel und fordert eine Stopp der geplanten BEHG-Novelle zum Schutz des Mittelstands.

Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) übt scharfe Kritik an der praktischen Umsetzung des nationalen Emissionshandels nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Der Verband warnt, dass das bestehende Auktionsverfahren für CO₂-Emissionszertifikate den Wettbewerb verzerrt und mittelständische Energieversorger sowie Endverbraucher belastet. Der Vorsitzende Jobst Dietrich Diercks fordert daher die Bundesregierung auf, die geplante BEHG-Novelle noch im vorparlamentarischen Verfahren zu stoppen und den Preismechanismus grundlegend zu überarbeiten.
Zuteilung nach Kapitalstärke statt Bedarf
Im laufenden Jahr 2026 stehen insgesamt etwa 192 Millionen Emissionszertifikate zur Versteigerung bereit, während der geschätzte Bedarf der berichtspflichtigen Unternehmen bei rund 290 Millionen Zertifikaten liegt. Nach Angaben des DVFG übersteigt die Gebotsmenge in den bisherigen Auktionen die verfügbare Menge deutlich. Um den eigenen Bedarf zu decken, müssten Unternehmen Sicherheiten hinterlegen, die weit über ihren tatsächlichen Erfordernissen liegen. Dies führe dazu, dass die Zertifikatszuteilung maßgeblich von der Kapitalstärke der Marktteilnehmer abhänge, was mittelständische Versorger strukturell benachteilige.
Arbitragemöglichkeiten durch Preismechanismen
Neben der Kapitalbindung kritisiert der Verband, dass der gegenwärtige Mechanismus finanzstarken Akteuren erhebliche Arbitragemöglichkeiten eröffnet. Marktteilnehmer könnten Zertifikate zum festgelegten Ausgabepreis von 65 Euro erwerben und nahe dem Überschussmengenpreis von 68 Euro gewinnbringend weiterverkaufen. Da die geplante BEHG-Novelle diese Dynamik laut DVFG weiter verschärfen würde – mit prognostizierten Margen von über zehn Prozent für Finanzakteure im Jahr 2027 –, plädiert der Verband für eine Neugestaltung. Ziel müsse es sein, einen verlässlich kalkulierbaren Preismechanismus zu schaffen, der die Mehrbelastungen für Energiekunden begrenzt.
Quelle: https://www.dvfg.de/fluessiggas-verband-fordert-stopp-der-behg-novelle-auktionsverfahren-benachteiligt-den-mittelstand/